17. September 2009 - Siemens hat sich mit Versicherern über die Managerhaftung in der Korruptionsaffäre geeinigt. Das Versicherungs-Konsortium wird 100 Millionen Euro statt der ursprünglich geforderten 250 Millionen Euro an den Münchener Konzern zahlen.
Die Management-Haftpflichtversicherung (D&O-Versicherung Directors-and-Officers-Liability "Komplette Absicherung") macht es möglich, dass die Milliardenschwere Korruptionsaffäre, die beim Siemens Konzern 2006 ins Rollen kam, nun zu Schadenersatzforderungen gegenüber einem Versicherungs-Konsortium ausgehandelt wurde. Von 2000 bis 2006 seien bei Siemens insgesamt rund 1,4 Milliarden Euro an dubiosen Zahlungen geleistet worden, heißt es. Davon sei der Großteil vermutlich als Schmiergeld für Aufträge im Ausland geflossen. Zu verantworten hat dies die damalige Konzernspitze, die zunächst von Siemens direkt zur Rechenschaft gezogen wurde.
Das ehemalige Spitzenmanagement wiederum wollte sich 250 Millionen Euro über die Managerhaftpflicht-Versicherung zurückholen. Zeitungsberichten zufolge mussten Siemens und die Manager jetzt bei ihren Forderungen kräftige Abstriche machen. Wie die „Financial Times Deutschland" (www.ftd.de) berichtet, zahlen die Versicherer nur 100 Millionen der zunächst geforderten 250 Millionen Euro. Das war das Ergebnis der jüngsten Verhandlung zwischen Siemens, den Versicherern unter Führung der Allianz (www.allianz.de) und den Anwälten der betroffenen Manager.
Allerdings ist der Fall nicht damit erledigt, denn der Vereinbarung müssten noch der Aufsichtsrat und die Hauptversammlung von Siemens zustimmen, da der Konzern durch diese vorläufige Einigung auf 150 Millionen Euro verzichtet, heißt es.
Die Gespräche seien in konstruktive Atmosphäre geführt worden, zitierte die Zeitung Versicherungskreise. Neben der Allianz gehören HDI-Gerling (www.hdi-gerling.de) und Zurich (www.zurich.de) zum Konsortium. Die Assekuranzen hatten die ursprüngliche Forderung von Siemens über 250 Millionen Euro zurückgewiesen, weil bei Abschluss des Vertrages nicht der damalige Finanzchef Hans-Joachim Neubürger die Garantieerklärung unterschrieben habe, dass der Konzern keine Kenntnis von möglichen Schäden habe. Stattdessen hätten nach Mitteilung der Versicherer Manager einer niedrigeren Hierarchieebene unterschrieben. (eb / www.bocquel-news.de)
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