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Konzepte und Kriterien

Preisanstieg bei hoher Schadenbelastung

2. Februar 2012 - Die Hannover Rück ist mit den Ergebnissen der Vertragserneuerungsrunde zum 1. Januar 2012 sehr zufrieden. Deutliche Preiserhöhungen wurden im Sach-Katastrophengeschäft realisiert. Im Haftpflichtgeschäft sei kein weiterer Ratenabrieb festzustellen.

Ulrich Wallin"Wir konnten an den Wachstumskurs anknüpfen, auf dem wir uns seit 2009 befinden", sagte Ulrich Wallin (Foto), Vorstandsvorsitzender der Hannover Rück (www.hannoverre.com), im Gespräch mit Journalisten. Die Hannover Rück, drittgrößter Rückversicherer weltweit, zeige sich zufrieden mit den Ergebnissen der Vertragserneuerungen in der Schaden-Rückversicherung zum 1. Januar 2012. „Wir haben im Durchschnitt bessere Konditionen und Raten erzielen können als im vergangen Jahr. In Segmenten, die von Naturkatastrophen betroffen waren, waren die Preiserhöhungen erwartungsgemäß besonders deutlich. Gleichwohl lässt sich für die gesamte Schaden-Rückversicherung noch nicht von einem harten Markt sprechen", betonte Wallin.

Im Prämienvolumen Zuwachs von 6 Prozent
Vom gesamten Vorjahres-Prämienvolumen in der Schaden-Rückversicherung (ohne fakultatives Geschäft und strukturierte Rückversicherung) in Höhe von 5.485 Millionen Euro standen zum 1. Januar 2012 knapp zwei Drittel der Verträge mit einem Volumen von insgesamt 3.477 Millionen Euro (63 Prozent) zur Erneuerung an. Hiervon wurden Verträge im Umfang von 3.130 Millionen Euro verlängert, Verträge über 347 Millionen Euro hingegen gekündigt beziehungsweise in veränderter Form erneuert. Inklusive der Zuwächse von 563 Millionen Euro aus neuen oder veränderten Verträgen und dank verbesserter Preise ergibt sich damit ein erneuertes Prämienvolumen von 3.693 Millionen Euro. Dies entspricht einem Zuwachs von 6 Prozent.

Finanzstärke eines Rückversicherers von großer Bedeutung
Die Vertragserneuerungen für dieses Jahr hätten abermals gezeigt, dass die Finanzstärke eines Rückversicherers für Zedenten eine unverändert große Bedeutung hat. „Ein sehr gutes Rating ist für einen Rückversicherer die Voraussetzung, um das gesamte Geschäftsspektrum angeboten und zugeteilt zu bekommen", sagte der Hannover-Rück-Chef. Die Hannover Rück ist den Angaben zufolge mit ihren hervorragenden Ratings („AA-" von Standard & Poor's, Ausblick „stabil" und „A" von A.M. Best,  Ausblick „positiv") einer der Rückversicherer, die diese Bedingung erfüllen.

Erneuerungsrunde in Deutschland besser als erwartet
Die Erneuerungsrunde für das Geschäft in Deutschland sei sogar besser als erwartet verlaufen. Sehr erfreulich habe sich besonders die Situation in der Kraftfahrtversicherung entwickelte; hier sei die andauernde Prämienerosion zum Ende gekommen. Die Hagelereignisse im August und September 2011 sowie Schäden aus den Vorjahren hätten dazu beigetragen, dass sich die Prämien im Kaskobereich erhöhten. Das gesamte Prämienvolumen für das Deutschlandgeschäft habe sich auch aufgrund einer größeren Kundenbasis um 3 Prozent erhöht.

Preissteigerungen bis zu 30 Prozent möglich
In Nordamerika - einem sehr großen Geschäftsfeld der Hannover Rück -sei die Vertragserneuerung insgesamt zufriedenstellend verlaufen; nicht ganz 50 Prozent des Geschäfts standen hier zur Erneuerung an. Im US-Sachgeschäft konnten überwiegend Ratenerhöhungen durchgesetzt werden. „Für schadenbetroffene Programme waren Preissteigerungen bis zu 30 Prozent möglich", sagte Wallin. Im US-Haftpflichtbereich wurde der Ratenabrieb gestoppt. Besonders erfreulich sei auch die Situation in Kanada gewesen, wo den Angaben zufolge insgesamt substanzielle Ratenerhöhungen erzielt werden konnten. Für das gesamte Nordamerikageschäft stieg das Prämienvolumen zum 1. Januar 2012 um rund 7 Prozent.

Prämienvolumen um 12 Prozent gesteigert
„Die Vertragserneuerungen im Transportgeschäft verliefen zufriedenstellend; die Raten blieben im Wesentlichen stabil. Im Offshore-Energy-Bereich konnte die Hannover Rück Ratensteigerungen verzeichnen; bei schadenbelasteten Programmen fielen diese sogar deutlich aus", sagte Ulrich Wallin. Das Unternehmen konnte das Prämienvolumen in der Vertragserneuerungsrunde um 12 Prozent steigern. Aufgrund guter versicherungstechnischer Ergebnisse in der Luftfahrtrückversicherung in den vergangenen Jahren kam es sowohl in der Erst- als auch Rückversicherung zu einem Ratenabrieb. Gleichwohl ist das Geschäft immer noch attraktiv, sodass das Unternehmen sein Prämienvolumen ausgebaut hat. Mit den Ergebnissen in der Kredit- und Kautionsrückversicherung - hier wurden rund 75 Prozent des Portefeuilles erneuert - ist die Hannover Rück zufrieden. Angesichts erfreulicher Schadenquoten in den vergangenen Jahren gingen hier die Raten leicht zurück. Aufgrund erhöhter Anteile bei unseren Hauptkunden stieg das Prämienvolumen an.

„Gemischtes Bild" im globalen Rückversicherungsgeschäft
Wie Wallin weiter bekannt gab, zeigte sich im globalen Rückversicherungsgeschäft ein „gemischtes Bild" gezeigt. Insgesamt stieg das Volumen um 8 Prozent. In den entwickelten Märkten sei das Portefeuille überwiegend stabil geblieben, während sich in Asien und dem Mittleren Osten weiteres deutliches Wachstum gezeigt habe. Die deutlichsten Veränderungen seien im Sach-Katastrophengeschäft zu verzeichnen. In Anbetracht der substanziellen Schadenbelastungen aus Naturkatastrophen im Vorjahr verbesserten sich den Angaben zufolge die Preise für Rückversicherungsdeckungen deutlich. In Australien beispielsweise waren die Preise um durchschnittlich 60 Prozent gestiegen; in den USA hätten sie sich im unteren zweistelligen Bereich erhöht. Ulrich Wallin: „Bei dem Erneuerungstermin zum 1. April 2012 in Japan sowie bei den Erneuerungen in Neuseeland erwartet die Hannover Rück weitere substanzielle Ratensteigerungen."

Jürgen Gräber Jürgen Gräber (Foto), als Hannover-Rück-Vorstand für die Koordination der weltweiten Schaden-Rückversicherung zuständig, bezifferte die Preissteigerung in der Katastrophenrückversicherungen mit durchschnittlich 16,8 Prozent. Im kausalen Zusammenhang mit den außerordentlich zahlreichen extremen Naturkatastrophen - beispielsweise der Tsunami in Japan - im Jahr 2011 habe man auch härtere Preise durchsetzen können ("Teuerste Katastrophe der Menschheits-Geschichte"). Der versicherte Schaden für Naturkatastrophen 2011 für den gesamten Markt soll sich auf rund 100 Milliarden US-Dollar (mehr als 76 Milliarden Euro) belaufen. Nur im Jahr 2005 haben laut Jürgen Gräber die Hurrikans „Rita", „Wilma" und "Katrina" zu den stärksten tropischen Wirbelstürmen gezählt, die jemals auf dem Atlantik beobachtet wurden. „Das Prämienvolumen der Hannover Rück in der globalen Katastrophenrückversicherung blieb trotz des Preisanstiegs unverändert bei 145 Millionen Euro", sagte Gräber.

Weitere Ratensteigerungen
Angesichts der guten Ergebnisse der Vertragserneuerung zum 1. Januar 2012 und vor dem Hintergrund eines sich leicht verhärtenden Marktes rechnet man bei der Hannover Rück mit einem guten Geschäftsjahr in der Schaden-Rückversicherung. „Wir erwarten auch für die unterjährigen Vertragserneuerungen im Jahr 2012 - in denen gut ein Drittel unseres Schaden-Rückversicherungsgeschäfts erneuert werden - weitere Ratensteigerungen. Insgesamt sollten wir weiter profitabel wachsen", erklärte Wallin.

Für Großschäden im laufenden Geschäftsjahr 560 Millionen Euro budgetiert
Anfallende Großschäden hat die Hannover Rück für das laufende Geschäftsjahr mit 560 Millionen Euro budgetiert. Im vergangenen Jahr betrug dieses 530 Millionen Euro. Diese Erhöhung berücksichtigt laut Unternehmens-Angaben das gestiegene Prämienvolumen in der Schaden-Rückversicherung, aber auch den Anstieg der versicherten Werte. Man sei „relativ gering durch die Katastrophenschäden belastet"; allerdings sei die sinnflutartige Überschwemmung in Thailand noch nicht in die Berechnungen eingeflossen. (eb-db / www.bocquel-news.de)

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