logo
logo

Produkte und Profile

Wirecard-Skandal: 1,9 Milliarden Euro verbrannt?

23. Juni 2020 - Der Skandal um Wirecard, der selbsternannten intelligentesten Financial Commerce Platform, weitet sich aus. Der Verdacht auf eine Milliarden schwere Bilanzfälschung sorgt für größte Unruhe auch bei den Fondsmanagern und ihren Fonds, die noch bis Ende Mai 2020 stark in die Wirecard-Aktie investiert waren.

Die Wirecard AG (www.wirecard.com/de) im oberbayerischen Aschheim, Landkreis München, steht im Brennpunkt. Vergangene Woche wurde öffentlich, dass dem FinTech 1,9 Milliarden Euro fehlen. Der ehemalige Wirecard-Chef, Markus Braun, wurde jetzt zum Wochenbeginn festgenommen. Der Verdacht auf Bilanzfälschung erhärtet sich. Markus Braun trat daraufhin zurück.

Es ist noch nicht lang her, als Wirecard als „eine der am schnellsten wachsenden digitalen Plattformen im Bereich Financial Commerce – und zwar weltweit“ bezeichnet wurde. Sowohl Geschäftskunden als auch Verbrauchern wurden innovative Mehrwertservices rund um den digitalen Zahlungsverkehr: online, mobil und am Point of Sale angeboten.

Unter dem Namen Wirecard als große deutsche Hoffnung firmiert ein FinTech, das es in den Dax geschafft hatte und mit einem innovativen Angebot schnell zu einem der weltweit führenden digitalen Zahlungsdienstleister wurde. Die Wirecard-Aktie war zu ihrem Höhepunkt im Jahr 2018 mehr als 190 Euro wert. Im Januar 2019 berichtete dann die Financial Times zum ersten Mal über Hinweise auf fragwürdige Bilanzpraktiken. Die Wirtschaftsprüfer von KPMG und von EY verfassten Prüfberichte, in denen sich die Verdachtsmomente erhärteten. Der Stein kam ins Rollen: Die Wirecard AG gab bekannt, dass „es davon ausgehen muss, dass die fehlenden 1,9 Milliarden Euro gar nicht existieren“, wie im Citywire-Magazin zu lesen war.

Die Nachrichten an der Börse überschlugen sich in den vergangenen Tag. Die Wirecard-Aktie fiel ins Bodenlose und kostet derzeit unter 20 Euro.Die Analysten von Citywire haben ausgewertet, welche Fonds noch bis Ende Mai 2020 stark in die Wirecard-Aktie investiert waren.

Die Auflistung zeigt die Fonds, die Ende Mai, laut Daten der Morningstar und Citywire-Datenbanken, prozentual die größten Wirecard-Allokationen hielten und in Deutschland vertrieben werden. Die Liste führt nicht Fonds auf, die bis Ende Mai noch keine Top 10-Position veröffentlicht haben. Sie spiegelt nicht die aktuelle Positionierung der Fonds wider.

Laut des aktuellen Factsheets auf der Wirecard-Webseite befinden sich auch deutsche Asset Manager von Union Investment und DWS unter den zehn wichtigsten Anteilseignern. „Diese Zahlen sind teils nicht mehr aktuell“, heißt es bei Citywire.

Und dabei war Wirecard in Deutschland im Jahr 2019 noch die am zweitmeisten gehandelte Aktie. Größter Anteilseigner ist laut des Factsheets die MB Beteiligungsgesellschaft mbH von Markus Braun.

Anzumerken sei auch, dass die Fonds nicht mit den größten Anteilseignern zu verwechseln sind, auch wenn es möglicherweise eine Schnittmenge gibt. So war die DWS in der Vergangenheit etwa unter den zehn größten Investoren von Wirecard. Der Asset Manager hat aber mittlerweile bekanntgegeben, alle Wirecard-Positionen in seinen aktiven Fonds verkauft zu haben. Die angegebenen Performance-Daten stammen von Morningstar mit Stand vom 19. Juni 2020. (-el / www.bocquel-news.de)

zurück

Achtung Copyright: Die Inhalte von bocquel-news.de sind nach dem Urheberrecht für journalistische Texte geschützt. Die Artikel sind ausschließlich zur persönlichen Lektüre und Information bestimmt. Abdrucke und Weiterverwendung - beispielsweise zum kommerziellen Gebrauch auf einer anderen Homepage / Website oder Druckstücken - sind nur nach persönlicher Rücksprache mit der Redaktion (info@bocquel-news.de) gestattet.