31. Juli 2025 - Waldbrände, Stürme und Erdbeben haben im ersten Halbjahr 2025 weltweit immense Schäden angerichtet. Besonders die USA waren schwer betroffen. Zwar liegt die Gesamtschadens-Summe unter dem Vorjahreswert – mit 80 Milliarden US-Dollar erreichten die versicherten Schäden laut Munich Re dennoch einen der höchsten Werte seit Jahrzehnten.
„Der Klimawandel ist ein Fakt und verändert das Leben auf der Erde“, betont Munich-Re-Vorstand Thomas Blunck (www.munichre.com). Die Brände bei Los Angeles im Januar gelten als bislang teuerste Naturkatastrophe des Jahres: 53 Milliarden US-Dollar Gesamtschaden, 40 Milliarden davon versichert. Noch nie zuvor waren Waldbrände kostspieliger. Für den Rückversicherer ist klar: „Der beste Weg, Schäden so weit wie möglich zu vermeiden, ist Prävention.“
Besonders dramatisch waren die klimatischen Bedingungen: Die sonst übliche Regenzeit im Süden Kaliforniens blieb 2024 fast vollständig aus, zugleich förderte viel Niederschlag in den Vorjahren dichte Vegetation – ein gefährlicher Brandbeschleuniger. Trockene Böden, starke Santa-Ana-Winde und Funkenflug führten dazu, dass sich die Flammen rasend schnell ausbreiteten.
Chefklimatologe Tobias Grimm erläutert: „Starke Winde sind in Kalifornien in der kalten Jahreszeit üblich. Gleichzeitig verlängert sich tendenziell die Waldbrandsaison. Dann braucht es nur noch einen Funken an der falschen Stelle, und die Katastrophe ist da.“
Insgesamt registrierte Munich Re für das erste Halbjahr 2025 globale Schäden durch Naturereignisse in Höhe von 131 Milliarden US-Dollar – rund 24 Milliarden weniger als im Vorjahr, aber deutlich mehr als der Zehnjahresdurchschnitt von 101 Milliarden. Dabei entfielen 88 Prozent der Gesamtschäden und 98 Prozent der versicherten Schäden auf Wetterereignisse.
Ein weiteres Extremereignis: Ein Erdbeben der Stärke 7,7 erschütterte Ende März Myanmar. Rund 4.500 Menschen kamen ums Leben. Der gesamtwirtschaftliche Schaden liegt bei 12 Milliarden US-Dollar – mit minimalem versichertem Anteil. Auch in Bangkok, 1.000 Kilometer entfernt, kam es zu Schäden – verstärkt durch weichen Schwemmlandboden.
Munich Re sieht in der wachsenden Häufigkeit und Intensität solcher Ereignisse eine klare Folge des Klimawandels. Laut Daten der US-Wetterbehörde NOAA lagen die globalen Temperaturen im ersten Halbjahr 2025 rund 1,4 Grad über dem vorindustriellen Niveau – es war das zweitwärmste Halbjahr seit Beginn der Messungen.
Um künftige Schäden zu mindern, setzt Munich Re auf Vorsorge. Gemeinsam mit dem Institute for Business and Home Safety (IBHS) fördert der Rückversicherer widerstandsfähige Bauweisen, um etwa das Überspringen von Bränden zu verhindern. Zugleich fordert Blunck ein Umdenken in der Stadt- und Raumplanung: „In Gebieten mit sehr hohem Risiko sollte kein neues Bauland entstehen.“ (-ver / www.bocquel-news.de)
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