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Trotz Veränderungen - 2011 war für DKV Erfolg

14. Mai 2012 - Das Geschäftsjahr 2011 stand für die DKV im Zeichen der Veränderung. Die Einsteigertarife wurden vom Markt genommen, das dämpfte das Neugeschäft. Trotz eines weiteren Bestandsabriebs bei den Vollversicherten verbuchte die DKV einen Kundenzulauf.  

Clemens Muth „Das vergangene Jahr hat die DKV vorangebracht. Wir haben eine strategische Neuausrichtung eingeleitet", erklärt Clemens Muth (Foto), Vorstandsvorsitzender der DKV Deutsche Krankenversicherung AG (www.dkv.de) und im Vorstand des Ergo-Konzerns (www.ergo.de) zuständig für die Krankenversicherung. „Wir konzentrieren uns auf hochwertige private Krankenversicherung. Die Einsteigertarife, von denen die Kunden im Leistungsfall oft enttäuscht sind und die zu Recht von Verbraucherschützern kritisiert werden, haben wir vom Markt genommen."

Die DKV hatte im Sommer 2011 angekündigt, ihre Einsteigertarife ab 1. Januar 2012 nicht mehr verkaufen zu wollen. Das betraf insbesondere der Tarif K2B. Nach einer Analyse von Franke und Bornberg (www.franke-bornberg.de) wurde für diesen Tarif zum 1. Januar 2012 Beitragssteigerungen um die 19 Prozent fällig.

Nach Mitteilung der DKV steigen die Beitragseinnahmen der DKV im Jahr 2011 insgesamt um 3,1 Prozent auf 4,9 Milliarden Euro - im Vorjahr waren es 4,8 Milliarden Euro. Für das Wachstum hätten zum einen der Wegfall der Dreijahres-Wechselsperre beim Eintritt in die private Vollversicherung gesorgt, zum anderen die Beitragsanpassungen im Bestand. Die Beitragsanpassungen seien die Folge des allgemeinen Kostenanstiegs im Gesundheitswesen. Mit ihrem Beitragswachstum lag die DKV 2011 unter dem Wert der Branche, deren Beiträge um 4,3 Prozent zulegten. Der Abschied von den Einsteigertarifen haben sich dämpfend auf das Neugeschäft ausgewirkt, heißt es bei der DKV.

Im Jahr 2011 waren 4,4 Millionen Menschen bei der DKV versichert, 34.000 mehr als im Vorjahr. Davon waren 900.000 (2010: 911.000) Vollversicherte. Damit hat sich der Bestandsabrieb in der Vollversicherung fortgesetzt. Seit 2005 hat der zweitgrößte private Krankenversicherer knapp 60.500 Vollversicherte verloren. Dabei handelt es sich um ein strukturelles Problem. Das Unternehmen hat - anders als junge Krankenversicherer - sehr viele ältere Bestandskunden. Das Neugeschäft in der Vollversicherung kann die natürlichen Abgänge nicht mehr kompensieren, ein Problem, das andere Unternehmen mit ähnlichen Strukturen - Beispiel Allianz Private Krankenversicherung AG (www.allianz.de) oder Signal Krankenversicherung AG (www.signal-iduna.de.de) - in ähnlicher Weise auch haben.  

Trotz der Turbulenzen an den Kapitalmärkten konnte die DKV im vergangenen Jahr eine Nettoverzinsung der Kapitalerträge von 4,2 Prozent erzielen, was sogar leicht über dem Vorjahr (4,1 Prozent). lag. Dieser Anstieg sei auch darauf zurückzuführen gewesen, dass die DKV ihre internationalen Tochtergesellschaften gruppenintern an Munich Health verkauft hat, wo bereits die Managementverantwortung für die Auslandstöchter lag.

Die Aufwendungen für Versicherungsfälle stiegen um 4,5 Prozent auf 3,5 (2010: 3,3) Milliarden Euro. Die Abschlusskosten-Quote verringerte sich weiter auf nun 6,5 (2010: 7,4) Prozent und liegt damit weiter unter Marktniveau. Die Verwaltungskostenquote sank ebenfalls leicht auf 2,4 (2010: 2,5) Prozent. Das Nettoergebnis blieb mit 113 (2010: 115) Millionen Euro stabil.

Für das laufende Geschäftsjahr erwartet die DKV eine moderat positive wirtschaftliche Entwicklung in einer für die private Krankenversicherung politisch schwierigen Zeit. DKV-Chef Muth bekräftigt das Engagement der ERGO Versicherungsgruppe und der DKV für die private Vollversicherung. „Die private Vollversicherung wird auch zukünftig in DKVDeutschland gebraucht, denn sie setzt Maßstäbe in der medizinischen Versorgung und schützt künftige Generationen. Um damit weiterhin überzeugen zu können, muss die PKV sich aber auch ihren Problemen stellen", sagt Muth. Er plädiert für branchenweite Mindeststandards in der Vollversicherung und für mehr Transparenz.

Die DKV setze weiter auf die Devise „Privat für alle". Egal ob Vollversicherung oder Ergänzungsversicherung - jeder Kunde soll nach seinen Wünschen ein passendes hochwertiges Angebot erhalten. Neu ist etwa, dass man bei der DKV das Einbettzimmer im Krankenhaus bewusst auch ohne Chefarztbehandlung versichern kann. Damit hat die DKV die erste stationäre Zusatzversicherung ganz ohne Gesundheitsfragen am Markt. Im Umgang mit den Kunden setze die DKV auf eine Reihe neuer Online-Angebote, heißt es. Sie sollen es dem Kunden leichter machen, Rechnungen einzureichen, die Bearbeitung nachzuverfolgen oder auch einen Tarifwechsel zu planen. (hp / www.bocquel-news.de)

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