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Solvenz-Quote: Signal Iduna und R+V über 1.000 Prozent

12. April 2023 - Die Versicherer haben turnusmäßig ihre Berichte zur Solvabilität und Finanzlage (SFCR) unter Solvency II veröffentlicht. Erwartungsgemäß sind die Solvenz-Quoten der Lebensversicherer im Zuge der stark gestiegenen Kapitalmarktzinsen gegenüber dem Vorjahr weiter deutlich gestiegen – zum Teil jedoch unterschiedlich.

Das Ratinghaus Assekurata (www.assekurata.de) hat die aktuellen Solvenz-Quoten der Versicherer unter die Lupe genommen. Danach heißt es vor allem ‚Solvenz-Quoten profitieren von Zinsanstieg‘.

Bereits im Jahr 2021 hatte sich das Zinsniveau gegenüber den historischen Tiefständen im Zuge der Corona-Pandemie etwas erholt. Infolgedessen konnten Lebensversicherer eine erste Entlastung bei der Bedeckung der Solvenz-Anforderungen feststellen. Die restriktive Geldpolitik der Zentralbanken zur Bekämpfung der Inflationsentwicklung führte in den vergangenen Monaten dann zu einem rasanten Anstieg der Markt-zinsen, so dass etwa zehnjährige Bundesanleihen mittlerweile mit über 2 Prozent rentieren.

„Der rapide Zinsanstieg hat zu völlig neuen Rahmenbedingungen auf den Finanzmärkten geführt“, kommentiert Lars Heermann, Bereichsleiter Analyse und Bewertung bei der Versicherungs-Ratingagentur Assekurata. „Insbesondere die Solvenz-Quoten von Lebensversicherern, die im Schnitt um 139 Prozentpunkte gestiegen sind, profitieren von den gestiegenen Marktzinsen.“ So belief sich zum 31. Dezember 2022 die aufsichtliche Solvenz-Quote nach bisherigen Erhebungen von Assekurata auf durchschnittlich 613 Prozent. Im Vorjahr hatte die Quote bei den in der Tabelle erfassten Versicherern bei durchschnittlich 474 Prozent gelegen.

Nähere Analyse offenbart große Unterschiede
Die Spannweite zwischen den einzelnen Anbietern ist allerdings beachtlich. So verteilen sich die SCR-Quoten im regulatorischen Nachweis von unter 200 Prozent bis weit über 1.000 Prozent. Den Spitzenwert erzielt dabei die Signal Iduna Lebensversicherung a.G. (www.signal-iduna.de) mit 1.442 Prozent, gefolgt von der R+V Lebensversicherung a.G. (www.ruv.de) mit 1.416 Prozent. Branchenweit konnten 56 Unternehmen ihr Solvenz-Niveau gegenüber dem Vorjahr erhöhen, während es bei 18 niedriger ausfällt.

Ein ähnlicher Trend ist für die Solvenz-Quote ohne Übergangsmaßnahmen sowie die Basis-Solvenz-Quote (ohne Übergangsmaßnahmen und Volatilitätsanpassung) festzustellen.

Ein ähnlicher Trend ist für die Solvenz-Quote ohne Übergangsmaßnahmen sowie die Basis-Solvenz-Quote (ohne Übergangsmaßnahmen und Volatilitätsanpassung) festzustellen. Auch hier gehen die Werte mehrheitlich - aber nicht bei allen Anbietern - nach oben. Bei der Basis-Quote weisen 23 und bei der Quote ohne Übergangsmaßnahmen 20 Gesellschaften geringere Werte auf als im Vorjahr.

Nur drei Gesellschaften in der Basis-Solvenz-Quote nicht über 100 Prozent
Im Übrigen fallen die Solvenz-Quoten ohne die Übergangsmaßnahmen noch immer deutlich geringer aus und liegen bei durchschnittlich 347 Prozent (mit Volatilitätsanpassung) beziehungsweise 310 Prozent (ohne Volatilitätsanpassung). Inzwischen schaffen es nur noch drei Gesellschaften mit ihrer Basis-Solvenz-Quote nicht über die Marke von 100 Prozent, während unter Berücksichtigung der Volatilitätsanpassung zwei Gesellschaften die 100-Prozent-Marke nicht erreichen.

Unter www.solvencydata.com/ticker findet man die kontinuierlich erfassten Solvenz-Quoten tabellarisch zusammengestellt. Neben den Lebensversicherern werden dort auch die privaten Krankenversicherer sowie die Schaden-/Unfall- und Rückversicherer aufgeführt.

„Gerade bei traditionellen Lebensversicherungsbeständen, die sensibel auf Marktzinsen reagieren, lassen sich sehr große Anstiege beobachten“ erläutert Lars Heermann. „Auch wenn die Wirkung der Übergangsmaßnahmen bis 2032 jedes Jahr abnimmt, können fast alle Gesellschaften ihre Kapitalanforderung mittlerweile komfortabel bedecken. Die zum Teil äußerst hohen Quoten könnten künftig sogar die Frage nach der Kapitaleffizienz aufkommen lassen.“

Allerdings gibt Heermann zu bedenken, dass die überwiegend deutliche Überbedeckung der Kapitalanforderungen nach Solvency II die Sicht nunmehr wieder stärker auf die HGB-Bilanzen verlagert, wo der rasante Zinsanstieg zu teils beträchtlichen stillen Lasten geführt hat. Auch wenn die deutschen Lebensversicherer insgesamt vom Zinsanstieg profitieren, gelte es weiterhin, beide Rechnungslegungswelten im Blick zu behalten. (-el / www.bocquel-news.de)

 

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