23. September 2010 - Die neue Fahrzeug-Regionalklassen-Statistik des GDV Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft bringt es auf den Punkt: So günstig wie in den neuen Bundesländern fährt hierzulande niemand. Bayern bleibt weiterhin Schlusslicht.
Die neuen Bundesländer nehmen Spitzenplätze für niedrigere Kosten in der Kfz-Haftpflichtversicherung ein. Das geht aus den aktuellen Zahlen zu den Haftpflicht-Regionalklassen für Pkw hervor, die der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (www.gdv.de) präsentiert.
„Besonders preiswert ist es in den Zulassungsbezirken Elbe-Elster, Mecklenburg-Strelitz und dem Kreis Oberspreewald-Lausitz", sagt Jörg von Fürstenwerth (Foto), Vorsitzender der GDV-Hauptgeschäftsführung. Er zitiert aus der Schadenbilanz der Autofahrer, die in den neuen Bundesländern niedriger ausfällt als im Süden der Republik. „Die bayerischen Städte Kaufbeuren und Passau bilden erneut das Schlusslicht", weiß von Fürstenwerth. Die beiden Städte bleiben in der Regionalklasse 12 der Kfz-Haftpflichtversicherung, die auch die teuerste Klasse ist. Das Ost-Süd-Gefälle sei auf die unterschiedliche Verkehrsdichte und die unterschiedlichen Straßen- und Wetterverhältnisse zurückzuführen, heißt es.
Für die meisten Autofahrer bleibt alles so, wie es ist
Die Unterschiede in den Regionen seien kein neues Phänomen, betont der GDV-Hauptgeschäftsführer. In der Regionalklassen-Statistik der deutschen Versicherungswirtschaft zeichnet seit Jahren ein konstantes Bild ab. Große Veränderungen gebe es kaum, heißt es. „Von den zugelassenen Autos bleiben rund 70 Prozent in derselben Regionaleinstufung - im Jahr zuvor waren dies gut 67 Prozent", sagt von Fürstenwerth.
Erfreuliche Ausnahme ist den Angaben zufolge die Ostseeinsel Rügen: Deutschlands größte Insel verbesserte sich erneut um drei Klassen und wird jetzt in die Regionalklasse 2 hoch gestuft. „Eine deutlich verbesserte Verkehrsinfrastruktur macht sich eben bezahlt und spiegelt sich daher auch in unserer Schadensbilanz wieder", erklärt Jörg von Fürstenwerth.

Niedersachsen führt Kaskoversicherung an
Die Schadensbilanz in der Regionalstruktur für die Vollkaskoversicherung zeigt GDV-Angaben zufolge jetzt ein etwas anderes Bild. Hier sei es für Autofahrer in Niedersachsen am günstigsten. Die Regionalklasse wird hier von den Zulassungsbezirken Oldenburg, Friesland und Ammerland angeführt. Am Ende der Skala befinden sich das Ostallgäu, Garmisch-Partenkirchen und Berlin. Für 79 Prozent aller zugelassenen Pkw-Fahrer ändere sich aber auch hier nichts, sie bleiben wie gewohnt eingestuft, heißt es. Noch deutlicher ist es bei der Teilkasko-Regioklasse: Für 82 Prozent der zugelassenen Autos bleibt alles beim Alten.
Regionalklassen bei der Beitragsberechnung berücksichtigt
Die Regionalklassen werden bei der Beitragsberechnung zur Kfz-Versicherung berücksichtigt, teilt der GDV mit. Hier spiegele sich die Schadenbilanz einer bestimmten Region wieder. Die Regionalklasse einer Region wird demnach vom Fahrverhalten der Autofahrer beeinflusst, von der Zahl der zugelassenen Fahrzeuge und von den örtlichen Straßenverhältnissen.
Die Regionalstatistik für die Kaskoversicherung berücksichtigt örtliche Besonderheiten, wie die Diebstahlhäufigkeit, die Sturm- und Hagelbilanz und die Anzahl der Wild-unfälle. Für die Haftpflicht gibt es 12, die Teilkasko 16 und die Vollkasko 9 Klassen. „Je höher man eingestuft ist, desto teurer ist die Autoversicherung", resümiert von Fürstenwerth.
Im übrigen wird die Regionalstatistik einmal im Jahr vom GDV herausgegeben ("Im Westen wenig Neues bei der Regionalstatistik"). Sie ist für die Versicherungsunternehmen unverbindlich und kann ab sofort für Neuverträge und für bestehende Verträge zur Hauptfälligkeit angewendet werden - in der Regel gilt sie ab dem 1. Januar 2011. Im Internet unter www.gdv.de/regionaldatenbank kann man die eigene Region und die zuständige Klassifizierung ablesen. (eb / www.bocquel-news.de)
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