30. Juli 2009 - Der Name „AIG" ist Geschichte. Der vormals weltweit größte Versicherungs-Konzern - durch marode Immobilienkredite in Schieflage geraten - läuft neuerdings unter der Marke „Chartis". Auch die Direktion für Deutschland in Frankfurt gehört dazu.
„Wir freuen uns außerordentlich über eine neue Phase in unserer Entwicklung, die den Marktwert einer der erfahrensten und umfassendsten Versicherungsplattformen der Welt stärken wird", sagt Kristian P. Moor (Foto), der nun Präsidenten und CEO der Versicherungsgeschäft Chartis Inc. (www.chartisinsurance.com) ist. Ab sofort beginnt der Übergang in „Chartis" für die zuvor im Markt unter „AIG" and „AIU Holdings" eingeführten Marken. Im Vordergrund sollen dabei lokale Gegebenheiten sowie eine kostenoptimierte Art stehen, um den Geschäftswert international zu optimieren, heißt es. „Chartis - vormals AIG" hört man die Stimme am Telefon der AIG Direktion für Deutschland in Frankfurt sagen, wenn man dort anruft. Die Mitarbeiter wurden inzwischen auf die Namensänderung eingeschworen.
"Die Chartis Mitarbeiter sind unser größtes Kapital, und unser neuer Markenauftritt verkörpert deren kontinuierliches Engagement, ihr ausgeprägtes Innovationsstreben und eine hohe Kundenorientierung. Die heute bekannt gegebenen Entwicklungen geben uns verstärkt die Chance, auf unserer historischen Erfolgsgeschichte aufzubauen", heißt es in den Führungs-Etagen.
Aus AIG wurde bereits die AIU Holdings, um das schlechte Image loszuwerden, das im Zuge der Subprime- und Finanzmarktkrise am Unternehmen haftete. Die operative Unabhängigkeit der AIU Holdings schreitet weiter voran, heißt es dazu von Headquater in New York. Die AIU Holdings - bestehend aus AIU Holdings, Inc. und AIU Holdings LLC, als einer der international führender Schaden- und Unfallversicherer hat jetzt eigenen Angaben zufolge drei wesentliche Meilensteine auf dem Weg zu einer unabhängig operierenden Gesellschaft erreicht:
- Gründung einer Zweckgesellschaft (Special Purpose Vehicle, SPV) durch die American International Group, Inc. (AIG) mit der Absicht, das Eigenkapital der AIU Holdings in die Zweckgesellschaft einzubringen. Die Transaktion steht unter Vorbehalt der entsprechenden regulierungsbehördlichen Zustimmungen.
- Ernennung von Kristian P. Moor als President and Chief Executive Officer der Gesellschaft.
- Auftritt unter einer eigenen neuen Marke: Chartis.
Diese Maßnahmen sollen den Zusammenschluss der weltweiten Versicherungsgesellschaften beschleunigen und sie ihrem Ziel einer unabhängig operierenden Organisation erheblich näher bringen, heißt es.
„Chartis", mit Sitz in New York, umfasst Commercial Insurance, also die US-amerikanischen Nicht-Leben Gesellschaften, Foreign General Insurance, das - aus US-Sicht - internationale Netzwerk der Schaden- und Unfallversicherungsgesellschaften und die Einheiten der Private Client Group. Innerhalb einer nach eigenen Angaben weltgrößten Schaden- und Unfallversicherungsplattformen für Industrie, Gewerbe und Einzelpersonen werde man eine beispiellose globale Präsenz und eine vielfältige Produkt- und Dienstleistungspalette bieten.
Die weltweiten aufsichtsrechtlichen Rücklagen betrugen zum Ende des vergangenen Jahres 32,1 Milliarden US Dollar (entspricht 21,8 Milliarden Euro), heißt es in einer Unternehmensmitteilung. „Chartis betreut mehr als 40 Millionen Kunden in über 160 Ländern und Jurisdiktionen", sagt ein Unternehmenssprecher. Mit der Gründung der Zweckgesellschaft, der Ernennung von Kristian Moor und dem neuen Markenauftritt könne Chartis ihre Reputation als eine herausragende internationale Versicherungsorganisation voranbringen und ihre Stärken herausstellen. Das neue Chartis-Logo - ein nicht vollständig geschlossener Kreis - symbolisiere einen Kompass, heißt es.
Dazu kommt allerdings von anderer Seite auch Kritik: Marketing-Experten wie der auf Reputationsmanagement spezialisierte New Yorker Berater Kasper Nielsen (Foto) hatten die Konzentration auf den neuen Namen zuletzt kritisiert. Ohne ein öffentliches Bekenntnis zu den Fehlern der Vergangenheit werde es auch mit neuem Namen schwer, das Image zu verändern sagte er.
Das Unternehmen hält dagegen, dass Chartis sich mit einem eigenen Markenauftritt, eigenem Managementteam und einem gut kapitalisierten und konzentrierten Geschäftsportfolio so eindeutig und unabhängig im Markt positionieren könne. (eb / www.bocquel-news.de)
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