16. August 2010 - Im Zeitalter des „E-Commerce" beginnt mit dem E-Postbrief wieder eine neue Ära. Bei den Versicherern Allianz, Ideal, Volkswohl Bund, WGV und Zurich ist der Einstieg in die digitale Welt der Brief-Zustellung bereits seit einem Monat Realität.
Um rund 60 Prozent niedriger sollen künftig die Prozesskosten der Versicherer bei ihrer „händischen" Briefbearbeitung und Zustellung ausfallen, wenn sie die Möglichkeiten des neuen E-Postbriefes nutzen. „Im Zeitalter der Digitalisierung verändert sich die Kunden-Kommunikation rasant. Kunden erwarten zunehmend sofortige Reaktionen. Die elektronische Interaktion mit dem E-Postbrief bietet uns dabei erstmals die Möglichkeit eines sicheren und verbindlichen schriftlichen Kundenkontakts über das Internet", sagt Ralf Schneider (Foto), CIO der Allianz Deutschland (www.allianzdeutschland.de).
Während Verbraucher- und Datenschützer immer eindringlicher vor dem
kompletten Eintauchen in die Welt des World-Wide-Web warnen, hat die Deutsche Post (www.deutschepost.de) in fünf Versicherern und zwei Krankenkassen Verbündete gefunden, die als Kooperationspartner mit der Post die neue Ära der Briefkommunikation per E-Postbrief auf den Weg bringen. „Wir machen sichere Schriftkommunikation im Internet für jedermann möglich - das ist eine Revolution", sagte dazu Frank Appel (Foto rechts), Vorstandsvorsitzender der Deutschen Post DHL (www.deutschepost.de). „Diese Innovation passt ganz in unsere Strategie 2015: Sie wird das Leben unserer Kunden einfacher machen."
Doch nicht nur die Allianz, Marktführer unter den Versicherern hierzulande, stellt sich der Verbesserung ihrer Kundenkontakte via E-Postbrief. Auch die Ideal Versicherungsgruppe (www.ideal-versicherung.de), die Volkswohl Bund Versicherungen (www.volkswohl-bund.de), die wgv Versicherungen (www.wgv.de) und die Zurich Gruppe Deutschland (www.zurich.de) suchen die Beschleunigung der Kommunikation zu ihren Kunden über den elektronischen Weg. Sie haben den E-Postbrief in ihre Verwaltungs-Struktur integriert und wollen so ihren Kunden die „sichere elektronische Korrespondenz in Echtzeit" und vor allem sicher ermöglichen. Der GDV Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (www.gdv.de) zeigt sich ebenfalls aufgeschlossen, E-Briefe zu versenden.
Die „Deutsche Post bringt das Briefgeheimnis ins Internet - der E-Postbrief kommt" titelt der ehemalige Monopolist in der Briefzustellung in Bonn. Und: „Wir werden das Internet sicherer machen". Ab sofort können Kunden unter www.epost.de ihre persönliche E-Postbrief-Adresse sichern. Kostenmäßig verändert sich Post-Angaben zufolge nichts, denn der Preis für einen E-Postbrief beträgt 55 Cent - genauso viel wie das hierzulande übliche Briefporto außerhalb der virtuellen Welt.
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Keine Chance für SPAMs Deutschland registriert sich für den E-Postbrief. Viele Bürger haben sich unter www.epost.de bereits ihre persönliche unverwechselbare E-Postbriefadresse gesichert. Aber die begehrten Wunsch-Adressen werden knapper. Denn ähnlich wie beim Kfz-Wunschkennzeichen gilt auch bei der Reservierung für den E-Postbrief: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Und die meisten Kombinationen von Vor- und Nachnamen gibt es mehr als einmal. Die E-Postbrief-Adresse besteht aus dem Vor- und Nachnamen und der Endung @epost.de. Eine Nummer hinter dem Nachnamen verhindert Verwechselungen bei Namensgleichheit. Wer sich jetzt schnell registriert, sichert sich seine Wunschnummer oder erhält sogar eine Adresse ohne Nummer - vorausgesetzt er ist der erste Anmelder dieses Namens. Die Nachfrage ist groß, teilt die Deutsche Post mit: Allein in den ersten Tagen nach Registrierungsstart meldeten sich bereits mehr als 250.000 Nutzer an. Alle Nutzer - egal ob mit einmaliger oder mit häufig vorkommender Namenskombination - müssen sich per „Post-Ident-Verfahren" mit Personalausweis oder Reisepass in einer Postfiliale identifizieren: Erst dann wird ihr E-Postbrief-Konto freigeschaltet. So wird die Identität der User zweifelsfrei festgestellt - und anonyme Mails, Spams oder Adressdiebstahl sind beim E-Postbrief nicht möglich, heißt es bei der Post. In der Startphase erhalten User nach der Namensreservierung einen Freischalt-Code per Brief zugesandt. Damit steuert die Deutsche Post in der Hochlaufphase die gleichmäßige Auslastung der Systeme und verhindert Überlastungen. Ab November 2010 soll dieser Zwischenschritt wegfallen. Ein E-Postbrief kostet genau wie der herkömmliche Brief 55 Cent. Nutzer können wählen, ob ihr Brief elektronisch an ein anderes E-Postbrief-Konto zugestellt wird oder von der Deutschen Post ausgedruckt und per Briefträger zugestellt wird. Dabei bleibt der Preis der gleiche. |
Unternehmen und Verwaltungen werden mit dem E-Postbrief ihren Kundenservice deutlich verbessern und Geld einsparen, sagt der Brief-Chef der Deutschen Post. Um bis zu 60 Prozent lassen sich die Kosten für die Postbearbeitung durch den Einsatz des E-Postbriefs drücken. Entsprechend groß sei das Interesse der Geschäftskunden für das neue Produkt. Das macht sich bemerkbar, heißt es bei der Allianz, die allein in Deutschland 19 Millionen Kundenverbindungen pflegt.
Vorgeschaltete Adresssicherung
Wer wegen der viel zitierten Unsicherheit mit Daten im World-Wide-Web Probleme sieht, dem sollen von Seiten der Deutschen Post die Bedenken ausgeräumt werden. Die Prozesse der Adresssicherung und Registrierung seien einfach und logisch aufgebaut. In der Startphase des E-Postbriefs gewährleistet die Deutsche Post eigenen Angaben zufolge, dass der Hochlauf der technischen Systeme kontrolliert und stabil abläuft. Dies werde durch den Prozess der vorgeschalteten Adresssicherung ermöglicht: Kunden, die sich noch bis zum 31. Oktober 2010 für den E-Postbrief anmelden, sichern sich vor dem eigentlichen Registrierungsprozess zunächst ihre persönliche E-Postbrief-Adresse auf www.epost.de. Sie sollen dann in den kommenden Tagen per Brief oder SMS einen Registrierungs-Code erhalten, mit dem sie sich dann online registrieren. Ab November können sich Neukunden dann direkt auch ohne Registrierungs-Code für den E-Postbrief anmelden.
Sicheres Post-Ident-Verfahren
Wenn der Kunde seinen Registrierungs-Code erhalten hat, muss er sich auf www.epost.de registrieren. Am Ende des Registrierungsprozesses druckt der Kunde selbst den Coupon für das Postident-Verfahren aus. Mit diesem Coupon und Personalausweis oder Reisepass führt der Kunde in einer Postfiliale das Post-Ident-Verfahren durch. Wenige Tage später erhält der Kunde per Brief die Bestätigung über die Freischaltung seines E-Postbrief-Kontos - und es kann losgehen. Brief-Vorstand Gerdes betont: „Es bleibt ein Brief, aber er wird noch schneller." E-Postbriefe werden nur zwischen registrierten Kunden verschickt.
In der Praxis bedeutet dies, dass für Privatleute und Firmenkunden gleichermaßen über den neuen virtuellen Weg Briefe versenden - eigentlich genauso wie eine E-Mail. Während E-Mails kostenfrei jeden Adressaten .- gewollt oder ungewollt - erreichen, kostet der Versandt eines E-Postbriefes Porto.
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Was der Deutschen Post nun Realität wurde, hat schon längst seine Nachahmer gefunden. Die Konkurrenz schläft nicht. Unter anderem hat das Schwesterunternehmen der Deutschen Post, die deutsche Telekom AG (www.telekom.de) bereits signalisiert, ebenfalls in das neue Geschäftsfeld mit den E-Briefen einzusteigen, allerdings erst im Jahr 2011. (eb / www.bocquel-news.de)
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