5. Dezember 2016 - Investors Day bei der Generali und der Swiss Re: Beide Branchenschwergewichte legten ihre mittelfristigen Pläne offen. Die Generali dreht an der Kostenschraube; ein Stellenabbau sei nicht spruchreif. Die Swiss Re investiert in Forschung und Entwicklung und will wachsen und zukaufen.
Neue Einsparungen sind die Antwort der Generali (www.generali.com), drittgrößter Versicherer Europas, auf die schwierige Lage der Branche. Die italienische Muttergesellschaft will sich aus dem Geschäft in weniger rentablen Märkten – etwa in 13 bis 15 Ländern - zurückziehen und die Strukturen in anderen Ländern straffen, wie das Unternehmen vor einer Investorenveranstaltung in London mitteilte. Durch die Verkäufe von Tochtergesellschaften könnten dabei rund 1 Milliarde Euro eingespielt werden. Schlankere Strukturen sollen helfen, die jährlichen Kosten des Konzerns in den entwickelten Märkten zu senken. Generali-Konzernchef Philippe Donnet wollte jedoch nichts von der Streichung Tausender Arbeitsplätze nichts wissen. Bis 2019 will Donnet allerdings 200 Millionen Euro einsparen. Dazu sei ein Stellenabbau nicht zwangsläufig notwendig.
Konzern-Chef Philippe Donnet bestätigte, dass die Generali wie andere Versicherer - beispielsweise in Deutschland - aus der klassischen Lebensversicherung mit Garantiezins aussteigt und künftig auf Vertragsmodelle setzt, für die das Unternehmen weniger Kapital vorhalten muss. Versicherer in Europa kämpfen mit den anhaltenden Niedrigzinsen, die die Gewinne aus Kapitalanlagen schrumpfen lassen. Zudem drückt ein harter Konkurrenzkampf auf die Prämieneinnahmen.
Mit den neuen Plänen sollen die im vergangenen Jahr ausgerufenen Finanzziele des Konzerns erreicht werden. Demnach will man bis 2018 im Durchschnitt eine Rendite auf das eingesetzte Kapital von jährlich 13 Prozent erzielen.
Zudem will der Konzern bis 2018 einen Kapitalzufluss von mehr als 7 Milliarden Euro erwirtschaften und mehr als 5 Milliarden Euro als Dividende an die Aktionäre ausschütten.
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Mit dem vor einem Jahr eingeführten strategischen Konzept positioniert sie die Swiss Re (www.swissre.com) weiterhin gut, um sich den signifikanten kurz- und mittelfristigen Herausforderungen der Branche zu stellen. Die Nummer 2 unter den weltgrößten Rückversicherern sieht sich so in der Lage, in Risikopools zu investieren, die langfristig weiter wachsen werden. “Wir sehen, dass in einigen unserer Märkte erhebliche Herausforderungen bestehen aber langfristig sind wir optimistisch“, sagt Swiss-Re-Chef Christian Mumenthaler. Im derzeitigen Umfeld sei es absolut unerlässlich, sich auf die eigenen Stärken zu konzentrieren. Mumenthaler nennt hier „die Nutzung unseres Wissens, Risiken zu bewerten und denjenigen Geschäftsbereichen Kapital zuzuweisen, die am attraktivsten sind”.
Eine stärkere Fokussierung auf und weitere Investitionen in Forschung und Entwicklung (F&E) sowie Technologie werden laut Aussagen des Vorstands-Chefs weitere Wettbewerbsvorteile in diesem Bereich schaffen. Dies werde auch eine bessere Unterstützung der Kunden in dem derzeitigen komplexen von schnellen Veränderungen geprägten Umfeld ermöglichen. “Der Aufbau von Wissen und F&E-Kompetenzzentren war seit langem in unserem Fokus. Wir haben dabei eine enorme Menge an Wert geschaffen. Mit Hilfe des Swiss Re Institutes wird sich dieser Prozess noch beschleunigen. Wir glauben, dass es in absehbarer Zeit praktisch unmöglich sein wird, diese Wissensbasis zu replizieren. Dies verschafft uns einen Wettbewerbsvorteil und eine solide Grundlage, um dazu beizutragen, die Welt widerstandsfähiger zu machen”, kommentierte Christian Mumenthaler.
Man werde weiter an den eigenen strategischen Zielen festhalten. Die Swiss Re will eigenen Angaben zufolge selektiv in solche Geschäftsbereiche investieren, die profitables Wachstum versprechen, hieß es auf dem Investors Day des Rückversicherers am Freitag. Zudem werde man in neue Technologien investieren sowie überschüssiges Kapital an Aktionäre auszahlen.
Die “Kapazitäten in bestimmten Bereichen des Sach- und Haftpflicht-Geschäfts“ sollen laut Christian Mumenthaler weiter zurückgefahren werden. „Im Gegenzug werden wir mehr in das Leben- und Krankenversicherungsgeschäft investieren, indem wir unsere Rolle als Wissenspartner unserer Kunden noch mehr betonen.“ Man werde in solche Risikopools investieren, die die attraktivsten Renditen bieten. „So können wir weiter differenzieren”, sagte der Swiss-Re-Chef.
Zudem setzt die Swiss Re nach eigenen Angaben stärker in die Forschung. Zu diesem Zweck kündigt der Rückversicherer die Gründung des „Swiss Re Institutes“ an. In der neuen Forschungseinrichtung sollen nach Unternehmensangaben bestehende Funktionen und Initiativen gebündelt und die Forschungspartnerschaften mit dynamischen externen Forschungspartnern gepflegt werden. (-el / www.bocquel-news.de)
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