10. Juli 2006 - Der US-amerikanische Private Equity Fonds J.C. Flowers kauft über seine Beteiligung Württembergische & Badische Versicherungs-AG (www.wueba.de) die DARAG (www.darag.de) vom Axa-Konzern (www.axa.de).
In den Unternehmen der deutschen Versicherungswirtschaft brodelt es. Es steht eine neue Übernahme an: Zum zweiten Mal hat jetzt ein amerikanischer Finanzinvestor erfolgreich eine deutsche Versicherungsgesellschaft erworben. Der US-amerikanische Private Equity Fonds J.C. Flowers wird über seine Beteiligung Württembergische & Badische VersicherungsAG (WüBa) die DARAG Deutsche Versicherungs- und Rückversicherungs-Aktiengesellschaft vom Axa-Konzern übernehmen. Wie schon beim Kauf der WüBa wurden die Käufer auch bei dieser Transaktion vom Frankfurter Beratungshaus Augur Capital (www.augurcapital.com) beraten. Die DARAG wurde 1958 als eine der beiden staatlichen Versicherungsunternehmen der ehemaligen DDR gegründet und 2001 vollständig von der Axa Versicherungs-AG gekauft. Die Vorstände der Axa und der WüBa haben jetzt den Vertrag unterzeichnet, durch den die DARAG vorbehaltlich der Zustimmung der Gremien beider Unternehmen sowie der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (www.bafin.de) und des Kartellamts zur WüBa kommen wird. Über den Kaufpreis haben beide Seiten Stillschweigen vereinbart."Mit dem Zusammenschluss schaffen wir einen kräftigen Wachstumssprung und erhöhen gleichzeitig unsere Schlagkraft durch einen Ausbau der Vertriebsmannschaft", so der Vorstandssprecher der WüBa Wilfried Krauth (Foto). WüBa und DARAG sind als Makler-Versicherer fest im Markt etabliert. Beide Versicherer vertreiben ihre Produkte ausschließlich über freie Vermittler und haben sich mit ihren Versicherungs-Konzepten vor allem für Gewerbe und Unternehmen erfolgreich positioniert. "Der Portefeuille-Mix der DARAG passt ideal zur WüBa. Die Makler-Strukturen beider Unternehmen ergänzen sich bestens, es gibt nur wenig Überschneidungen bei wichtigen Partnern", führt Krauth aus. Ende 2004 hatte die J. C. Flowers-Gruppe unter Federführung von Augur Capital die in Heilbronn ansässige WüBa von der Wüstenrot und Württembergischen AG (www.ww-ag.com) übernommen. Zielsetzung der Übernahme der bereits 1837 gegründeten WüBa ist, die vom Management erfolgreich eingeleitete Neuausrichtung fortzusetzen und die Zusammenarbeit zwischen WüBa und Maklern weiter auszubauen. Das in den Sparten Sach- und Haftpflichtversicherung aktive Unternehmen soll weiter wachsen und als Plattform für weitere Investitionen im Bereich Versicherungen dienen. Mit dem Kauf der DARAG werde diese Strategie jetzt konsequent umgesetzt. Mit einem kombinierten Beitragsvolumen von 235 Millionen Euro wird die WüBa damit führender deutscher Makler-Versicherer in der Sachversicherung.
Als ausgewiesener Makler-Versicherer konzentriert die in Berlin ansässige DARAG ihre Tätigkeit nach eigenen Angaben auf anspruchsvolle maßgeschneiderte Versicherungslösungen insbesondere für gewerbliche und Industrie-Unternehmen. Im Geschäftsjahr 2005 baute die Gesellschaft, die etwa 110 Mitarbeiter beschäftigt, ihre Beitragseinnahmen auf 72,3 Millionen Euro (+ 5,5 Prozent) aus und erzielte einen Jahresüberschuss von 1,3 Millionen Euro. "Als einer der wenigen spezialisierten Makler-Versicherer in Deutschland verfügt die WüBa über ein genaues Verständnis des Geschäftsmodells der DARAG", sagt Dr. Markus Hofmann (Foto), im Axa Vorstand für das Industrie- und Firmenkundengeschäft zuständig. Man habe für die künftige Weiterentwicklung der DARAG jetzt mit der WüBa den geeigneten Partner gefunden. Maxime der WüBa sei nicht die Produktvielfalt, sondern die bedarfsorientierte Flexibilität in der Produkt-Gestaltung.Durch den Kauf soll die Wüba ihre Beziehungen zu Maklern, die für industrielle und mittelständische Kunden erster Ansprechpartner sind, noch weiter stärken. Außerdem könne sie, so heißt es in einer Unternehmens-Mitteilung, in ihren wesentlichen Sparten des gewerblichen Geschäfts ihre Marktposition festigen und ausbauen. Skaleneffekte bringen dazu Kostenvorteile, die die WüBa im Kostenwettbewerb weiter nach vorne bringen werden. Nach dem Closing werden Arbeitsgruppen unter Beteiligung von Mitarbeitern beider Gesellschaften die zukünftige Struktur und Zusammenarbeit entwickeln und organisieren. Details über Veränderungen – beispielsweise bei der DARAG und ihrem Standort Berlin – sollen erst danach öffentlich werden.
Hochstimmung in Heilbronn
Bei der WüBa herrscht seit der Bekanntgabe des Flowers-Deals Hochstimmung. Im Februar 2005 beim Vertrag zwischen dem W&W-Konzern und Flowers zum WüBa-Kauf wussten die meisten Beteiligten noch nicht so Recht, was der US-Investor vorhatte. Auch eine Zerschlagung des Heilbronner Versicherungs-Unternehmens wäre möglich gewesen. Ein Jahr danach und erfolgreiche Geschäfte später hat sich die WüBa wieder auf den Erfolgsweg aufgemacht.
Zunehmend wichtigere Rolle für Private Equity Fonds
Günther Skrzypek, Managing Partner von Augur Capital, hilft mit Erklärungen zum Geschäftsverhalten amerikanischer Investoren hier zu Lande: Der Aufgrund des besonderen erforderlichen Know-hows beim Erwerb eines Finanzdienstleisters haben bisher nur wenige Finanzinvestoren im Finanzdienstleistungs-Bereich investiert. "Private Equity Fonds werden künftig eine zunehmend wichtigere Rolle in der Versicherungs-Branche einnehmen", so Skrzypek. "Mit ihrer Hilfe kann zum Beispiel eine Kapitalerhöhung im Zuge eines Management Buy-Outs erfolgen, um die Eigenkapital-Ausstattung von Versicherungs-Vereinen zu verbessern." Aufgrund der deutlichen Unterschiede zum Erwerb von Industrie-Unternehmen sind Private Equity Fonds dabei auf die Beratung durch spezialisierte Investmentberater, wie Augur Capital, angewiesen.
Bei der Übernahme der DARAG hat Augur die gesamte Transaktion von der Identifikation des Investments, über die Organisation der Due Diligence, Bewertung bis hin zu den Kaufverhandlungen federführend begleitet.
Achtung Copyright: Die Inhalte von bocquel-news.de sind nach dem Urheberrecht für journalistische Texte geschützt. Die Artikel sind ausschließlich zur persönlichen Lektüre und Information bestimmt. Abdrucke und Weiterverwendung - beispielsweise zum kommerziellen Gebrauch auf einer anderen Homepage / Website oder Druckstücken - sind nur nach persönlicher Rücksprache mit der Redaktion (info@bocquel-news.de) gestattet.
