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Factoring oder Bankkredit

18. Mai 2006 - Langfristig möchte die Coface Holding Aktiengesellschaft (www.coface.de) zehn Prozent Weltmarkt-Anteil im Factoring für die international tätige Gruppe zu generieren. Coface Finanz baut Netzwerk aus.

Benoît ClaireAls einer der drei größten Kredit-Versicherer der Welt hat die Coface ein weltumspannendes Netz von eigenen Gesellschaften und Niederlassungen sowie Partnern geknüpft. "Direkt ist die Gruppe für 85.000 Kunden in 59 Ländern präsent, über die Credit Alliance in 93 Ländern", erläuterte der Vorstandsvorsitzende der Coface Deutschland, Benoît Claire (Foto links). Darauf stütze sich die Gruppe beim internationalen Geschäft in ihren vier Hauptgeschäftsfeldern Kredit-Versicherung, Factoring, Inkasso und Bonitätsinformationen. "Bei der im Factoring wie in der Kredit-Versicherung wichtigen Risikoprüfung können sich die Factoring-Einheiten der Gruppe auf das Know-how des Kredit-Versicherers stützen und bei Informationen, Inkasso und lokalem Service auf die Credit Alliance. Wir sehen darin einen Vorteil gegenüber den meisten Wettbewerbern", sagte Claire. "Auch hinsichtlich der wichtigen Refinanzierung können Coface Finanz und Partner auf die Muttergesellschaften Coface und Natexis zählen."

Factoring ist in den letzten Jahren sehr viel bekannter geworden und wird von den Unternehmen als Alternative oder Ergänzung zum klassischen Bankkredit stärker nachgefragt. Hi9er setzt die deutsche Tochter Coface Finanz GmbH, Mainz, an.

Franz MichelFactoring setzte sich nicht nur verstärkt beim Mittelstand durch. Für international tätige Unternehmen habe sich diese Finanzierungsform als Baustein ihrer Außenhandelsfinanzierung längst unentbehrlich gemacht, sagte Franz Michel (Foto rechts), Geschäftsführer der Coface Finanz GmbH, bei einem Pressegespräch in Frankfurt. Factoring sei eine Alternative, wenn es darum gehe, den Export der Unternehmen zu unterstützen. Denn in der Regel könnten notwendige Finanzierung durch den Verkauf von Forderungen unterstützt oder überhaupt erst möglich gemacht werden. Außerdem suchen Unternehmen mit Auslandspräsenz und internationalen Niederlassungen nach Franz Michels Angaben Möglichkeiten, ihr Binnengeschäft im Ausland mit Factoring zu unterlegen. "Langfristiges Ziel ist es, zehn Prozent Weltmarktanteil im Factoring für die Gruppe zu generieren", sagte Michel. Die weltweit agierende Coface-Gruppe gehe in die Offensive.

Die Coface Finanz GmbH in Mainz soll bei der angekündigten Expansion im Factoring eine wichtige Rolle innerhalb der Coface Gruppe übernehmen. In Deutschland in diesem Segment längst Marktführer im Export-Factoring, soll der Finanzdienstleister als "Center of Excellence" den Aufbau des Factoring-Netzwerkes für die Coface-Gruppe agieren. Factoring "made by Coface" hat sich seit Beginn dieses Jahres bereits in sechs Ländern etabliert: Zu Deutschland und Frankreich, wo Factoring nach Unternehmensangaben seit einigen Jahren mit beachtlichen Wachstumsraten betrieben wird, sind Großbritannien, Italien, Spanien, und die Niederlande hinzugekommen.

Geplant ist, im laufenden Geschäftsjahr in Chile, USA, Kanada, Türkei, Singapur, Japan, Israel und Polen mit Factoring Fuß zu fassen. Wie der Chef der deutschen Coface, Benoit Claire vor Journalisten betonte, werde der Global-Player Coface bis Ende 2007 Factoring in vierzig Ländern weltweit anbieten.

Export-Factoring: 36 Prozent des eigenen Geschäfts
Schon längst finanziert die Coface Finanz Forderungen, die Kunden an Abnehmer in der ganzen Welt haben. Im Geschäftjahr 2005 seien fast 36 Prozent des eigenen Geschäfts auf Export-Factoring entfallen. Dieses Ergebnis stehe für 3,6 Milliarden Euro an angekauften Forderungen und repräsentiere einen Marktanteil von 29 Prozent unter den im deutschen Factoring-Verband zusammen geschlossenen Unternehmen.

Wie der Coface-Chef mitteilte, bilden aktuell südeuropäische und skandinavische Länder die Länderschwerpunkte. Prinzipiell seien Deckungen überall dort möglich, wo auch die Coface Kreditversicherung Schutz vor Forderungsverlusten durch Ausfuhr-Kreditversicherungen übernehme. Das sei in über 150 Länder der Fall. Was seine Erwartungen bezüglich des Wachstums angehe, zeigte sich Franz Michel optimistisch. Factoring als Form der alternativen Unternehmensfinanzierung habe in Zeiten von Basel II endgültig den faden Beigeschmack abgelegt, dass nur die vergleichsweise finanzschwachen Unternehmen sich beim Factoring bedienen würden. "Wackelkandidaten" haben kaum eine Chance, betonte Michel, weil neue Factoring-Kunden eine stringente Bonitätsprüfung durchlaufen.

Anbindung ausländischer Tochtergesellschaften
Die deutsche Coface-Tochter stellte zuletzt eine rege Nachfrage nach internationalen Factoring-Konzepten fest, was über die reine Export-Finanzierung und -Absicherung hinausgehe. "Es geht dabei um die Anbindung ausländischer Tochtergesellschaften an bestehende oder zu implementierende Factoring-Lösungen, denn Factoring erschließt sich auch großen Unternehmen bis hin zu DAX-gelisteten Konzernen."

Ein Drittel seiner Factoring-Kunden steht nach Michels Angaben für einen Umsatz von mehr als 50 Millionen Euro jährlich, 54 Prozent liegen in der Größenklasse von zehn bis 50 Millionen Euro Jahresumsatz. Damit werde das Vorurteil widerlegt, Factoring werde hauptsächlich von eigenkapital-, umsatz- und liquiditätsschwachen Unternehmen nachgefragt. Michel ergänzte: "80 Prozent unseres Portfolios hatten 2005 ein Rating von BB oder besser."

Prognosen und Planungen durchaus realistisch
Der nationale wie der internationale Factoring-Markt ist, anders als etwa die Kredit-Versicherungsbranche, stark fragmentiert. "Auch von daher sind unsere Prognosen und Planungen durchaus realistisch", sagte Michel. Die Ausgangsposition der Finanzgesellschaft und der aus Mainz aktuell und künftig unterstützten Factoring-Partner sei dabei optimal. Sie profitierten von der Einbindung in die Coface-Gruppe und dem etablierten Netzwerk Credit Alliance. "Unser eigenes Wachstumstempo war so überhaupt erst möglich", sagte Franz Michel. Die Coface Finanz existiert seit 2000 und ist in wenigen Jahren, betrachtet nach dem Gesamtgeschäft, bereits zur Nummer zwei im deutschen Markt geworden. 2005 betrug der Marktanteil rund 18 Prozent. (db)

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