24. April 2017 - Die Analysten der Stiftung Warentest nahmen Ergänzungsversicherungen für die Behandlung via Naturheilkunde unter die Lupe. Danach bieten 33 von 59 Tarifen gute Leistungen für Heilpraktiker. Auch Zusatz-versicherungen für Brillen und Zahnersatz - erstmals auch für Kinder - wurden geprüft.
Osteopathie, Homöopathie, Akupunktur – naturheilkundliche Verfahren liegen im Trend. Gesetzlich Versicherte müssen solche Behandlungen meist aus eigener Tasche zahlen. Sie können diese Kosten aber mit privaten Zusatzversicherungen absichern. Doch bei den Angeboten gibt es große Unterschiede. In der Mai-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest (www.test.de) hat die Stiftung Warentest 59 Tarife untersucht. 33 davon erhielten ein „Gut“ für ihre Heilpraktiker-Tarifleistungen.
Wie die die Warentest-Analysten vermerken, spielt bei der Entscheidung für das Angebot einer entsprechenden Ergänzungsversicherung das Eintrittsalter und der damit verbundene Beitrag eine Rolle, und auch, ob weitere Tarifleistungen wie Brille oder Zahnersatz mit enthalten sein sollen. „Die besten Tarife, die Leistungen für Heilpraktikerbehandlungen bieten, sind auch recht teuer“, heißt es in der Zeitschrift Finanztest. Demnach zahlt, wer mit 43 Jahren den Vertrag für die Debeka EAlus abschließt, im Monat 50 Euro, 46 Euro für die Universa Uni-MedA-Exklusiv. Gute Günstige sind laut Finanztest aber auch schon für 10 bis 19 Euro monatlich zu haben.
Demnach werden in der Regel nicht die vollständigen Behandlungskosten erstattet, sondern abhängig von Anbieter und Tarif 40 bis 80 Prozent. Mehr als drei Viertel der Angebote im Test bieten zudem auch Zuschüsse für Brillen. Einige erstatten zumindest alle zwei Jahre einfache Brillen sogar komplett.
Versicherte, die mit ihrer Ergänzungsversicherung unzufrieden sind, sollten nicht einfach kündigen, rät Finanztest. Ein Anbieterwechsel lohne oft nur bei jungen, gesunden Menschen. Besser sei es, beim eigenen Versicherer nach einem passenden Tarif nachzufragen.
Zum Thema „ErgänzungsTarife - Beitragsänderungen mit dem Alter“ wurden im Finanztest-Heft 05/2017 folgende Produkte (in alphabetischer Reihenfolge) auf den Prüfstand gestellt:
- Advigon AH + AZE1
- Axa MED Komfort Start-U
- Barmenia B-Smart
- Barmenia B-Smart+
- Bayersiche Beamten-Krankenkasse/UKV NaturPRIVAT
- Concordia AZN + AZ TOP
- Deutscher Ring AmbulantSTARTpur
- Inter APP
- Nürnberger AMed
- SDK WGZ4
- Signal AmbulantSTARTpur
- Universa uni-medA-Exklusiv
- Universa uni-medA-Komfort
- Universa uni-medA-Premium
- WGV Ambulante ZV + Zahn ZV BASIS
Auch die nachfolgenden „Ergänzungs-Versicherungen“, wurden analysiert. Hier richtet sich die Beitragshöhe nach Alter beim Eintritt in diesen Tarif (alphabetische Reihenfolge):
Alternative Behandlungsmethoden gehören in der Regel nicht zum Leistungskatalog der Krankenkassen, es gibt allenfalls etwas als Extraleistung dazu. Und weil Heilpraktiker keine Zulassung für die gesetzlichen Krankenkassen haben, zahlen die Kassen für diese Behandlungen generell nichts. Es gibt aber zahlreiche ErgänzungsTarife, die für NaturheilVerfahren zahlen.
Finanztest hat 59 dieser privaten ErgänzungsTarife geprüft, die mindestens Heilpraktikerleistungen oder NaturheilVerfahren durch Ärzte bezuschussen. Die Versicherungspakete steuern häufig auch etwas für Brillen, Zahnersatz und weitere Gesundheitsleistungen bei. Das sind zum Beispiel Auslandsreise-Krankenschutz, Zuschüsse zu Reiseimpfungen oder Vorsorgeuntersuchungen, die gesetzlich Versicherte sonst teilweise selbst zahlen müssten wie zum Beispiel zusätzliche KrebsfrüherkennungsUntersuchungen.
Bewertet hat Finanztest die Leistungen für Heilpraktiker, Brillen und Zahnersatz. Demnach beinhalten mehr als die Hälfte der Angebote gute Heilpraktikerleistungen. So gibt es beispielsweise gute Heilpraktikerleistungen für den 43-jährigen Modellkunden schon für unter 20 Euro pro Monat. Die Kosten für NaturheilVerfahren durch Ärzte erstatten fast alle ErgänzungsTarife mit guten Heilpraktikerleistungen. Vorausgesetzt immer, die gesetzliche Krankenkasse zahlt nur zum Teil oder gar nicht.
Verträge für Kinder günstiger
Erstmals zeigen die Finanztest-Tabellen auch Beitrags-Beispiele für ein achtjähriges Kind. Hier kann sich ein Abschluss schon bei regelmäßigen kleineren Behandlungen lohnen. Anbieter von günstigsten Erwachsenen-Tarifen mit guten Heilpraktikerleistungen verlangen zwischen 4 Euro und 6 Euro monatlich für entsprechende Kinder-Tarife.
Zuschüsse für Brillen und Zähne
Mehr als drei Viertel der Tarife im Test bieten Zuschüsse zu Brillen. Unter den Tarifen mit guten Heilpraktikerleistungen gibt es auch solche mit guten oder sehr guten Brillenleistungen. Einige Tarife erstatten Brillen sogar komplett – zumindest, wenn es sich nicht um das teuerste Modell handelt und die neue Brille nur alle zwei Jahre benötigt wird.
Kostenerstattung für Zahnersatz
Etwa ein Drittel der Tarife im Test erstattet auch Kosten für Zahnersatz. Selbst für die relativ günstige Regelversorgung müssen Kassenpatienten stets einen Eigenanteil leisten. Sehr teuren Zahnersatz wie ein Implantat zahlen sie sogar fast vollständig selbst. Da kann eine Zusatzversicherung für Zahnersatz lohnen. Will jemand vor allem Zahnersatz versichern, empfiehlt sich aber meist eine reine ZahnZusatzversicherung, heißt es in der neuen Finanztest-Ausgabe. Beim aktuellen Test von Zahn-Zusatzversicherungen schnitten 66 von 209 Tarifen sehr gut ab. (-el / www.bocquel-news.de)
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