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Die Verbraucher verlieren die Lust am Sparen

14. Juli 2014 - Die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank drückt den Sparern aufs Gemüt. Das Sparklima in Deutschland hat einen absoluten Tiefpunkt erreicht, so Umfrageergebnisse. Statt Vorsorge ist Konsum angesagt. Besserung ist bisher nicht in Sicht.

Andreas J. Zehnder

Der Anteil der Sparer hat mit nur noch 40 Prozent einen absoluten Tiefstand erreicht. Das ist das wesentliche Ergebnis der Sommerumfrage 2014 zum Sparverhalten der Deutschen durch die TNS Deutschland GmbH (www.tns-infratest.com) im Auftrag des Verbandes der Privaten Bausparkassen e.V. (www.bausparkassen.de). Das Bielefelder Marktforschungsinstitut hatte dazu bereits zum 51. Mal die Bundesbürger befragt.

Vor einem Jahr habe der Anteil der Sparer noch bei 49 Prozent gelegen. Durch das Minus von neun Prozentpunkten sei die Sparbereitschaft auf den mit Abstand tiefsten Wert gefallen, der seit Beginn dieser Umfragereihe im Jahr 1997 gemessen wurde. „Den Deutschen vergeht angesichts der Mini-Zinsen langsam die Sparlust", erklärte dazu der Vorstandsvorsitzende des Verbandes der Privaten Bausparkassen, Andreas J. Zehnder (Foto: VdPB). „Das muss uns mit Blick auf die Altersvorsorge alarmieren." Denn ohne ausreichende Sparleistungen und Rendite werde die private Vorsorge verkümmern und die Altersarmut zunehmen. „Die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank schadet bald mehr als sie nutzt", so Zehnder. „Sie fördert das Gegenmodell zum Sparen: das von der Hand in den Mund Leben. Es ist höchste Zeit, eine Trendwende einzuläuten."

Grafik SparmotiveAltersvorsorge und Wohneigentum sinken in der Gunst der Sparer
Bei den Sparmotiven drückt sich dieser Trend deutlich aus. Die Altersvorsorge büßte innerhalb eines Jahres um neun Prozentpunkte ein und kommt nur noch auf 51 Prozent. Auf Platz eins der Sparmotive liegt jetzt „Konsum/Anschaffungen" mit 65 Prozent nach 62 Prozent im Sommer 2013. Drittwichtigstes Sparziel mit 46 Prozent bleibt „Erwerb/Renovierung von Wohneigentum". Vor einem Jahr waren es allerdings noch 54 Prozent. Es folgt das Sparmotiv „Kapitalanlage". 31 Prozent der Nennungen bedeuten einen Rückgang gegenüber dem Vorjahr um einen Prozentpunkt.

Es wird nicht besser ...
Letztlich wüssten die Menschen zwar, dass es zum Sparen dauerhaft keine Alternative gebe, ist Zehnder überzeugt. Eine Verbesserung der jetzigen Situation sei aber noch nicht zu erkennen. Nach ihrem zukünftigen Sparverhalten befragt, erklärten sechs Prozent, demnächst mehr sparen zu wollen. Vor einem Jahr waren es neune Prozent. Weniger sparen wollen elf Prozent - nach zuvor 14 Prozent. Der Sparklima-Index des Verbandes stieg deshalb gegenüber 2013 leicht von -5,4 auf -4,4. Dieser wird als Saldo aus den Prozent-Anteilen derjenigen berechnet, die künftig mehr sparen wollen, und derjenigen, die künftig weniger sparen wollen.

...sondern eher schlechter
Beim Abrutschen der Altersvorsorge als Sparmotiv spielen ohne Zweifel die sinkenden Renditen für Lebens- und Rentenversicherung eine Rolle. Die einst beliebteste Altersvorsorge der Deutschen wird einen weiteren Dämpfer erhalten, wenn die Verbraucher erst einmal begriffen haben, was ihnen das Lebensversicherungs-Refortmgesetz bringen wird: Noch weiter sinkende Renditen, geringere Überschussbeteiligungen und verminderte Garantien. (hp / www.bocquel-news.de). 

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