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Die Münchener Rück kommt nur noch "englisch" daher

7. September 2009 - „Münchener Rück" war gestern; „Munich Re" ist heute. Der weltweit größte Rückversicherer stellte in Monaco sein neues „Branding" vor, als beim „Rendez-vous de Septembre" erste Trends für Prämien und Kapazitäten 2010 ausgelotet wurden.

Christian Lawrence und Dr. Torsten JeworrekDas Milliarden-Spiel ist wieder eröffnet. Es geht um sehr viel, wenn in diesen Tagen Rück- und Erstversicherer in Monte Carlo bei ihrem alljährlichen Branchentreff „Rendez-vous de Septembre" erste Tuchfühlung für kommende Geschäfte aufnehmen. Noch bevor etwas zum Trend über Prämien und Kapazitäten der Rückversicherer verlautete, stellte Munich-Re-Vorstandsmitglied Dr. Torsten Jeworrek (im Foto rechts während der Pressekonferenz mit Pressesprecher Christian Lawrence - links) die neue Markenstrategie der Rückversicherer-Giganten vor. Was im Handelsregister unter „Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft - Aktiengesellschaft in München" (www.munichre.com) eingetragen ist, soll ab sofort verbraucherfreundlicher und international einheitlich als so genanntes Branding unter „Munich Re" laufen. „Alljährlich wird in Monte Carlo über das bestehende Geschäft, die Preise und den Stand des Zyklus diskutiert", sagte Jeworrek. Er hält das aber nicht für die wirklichen Herausforderungen der Rückversicherung, sondern sieht andere Schwerpunkte: „Hoch entwickeltes Bilanzmanagement, die Deckung veränderter und komplexer Risiken sowie die Ausweitung der Versicherbarkeit von Risiken - damit müssen wir uns auseinandersetzen." Mit dem neuen Markenauftritt in englischer Sprache - international für alle gleichermaßen verständlich - wollen man auch die eigene Positionierung schärfen.

Zur künftigen Preis-Strategie der Munich Re sagte Jeworrek nur: „In unserem Kerngeschäft übernehmen wir Risiken nur zu adäquaten Preisen. Ändert sich die Gefährdungslage, passen wir das Preisgefüge an."

Anspruch an die Rückversicherung ändert sich
Die Versicherungsbranche sei im Wandel und damit ändere sich auch der Anspruch an die Rückversicherung. Lediglich Kapazitäten zu wettbewerbsfähigen Preisen zur Verfügung zu stellen, biete künftig nicht mehr genug Potenzial. Gefragt seien vielmehr Anbieter, die über ein tiefes Risikoverständnis verfügen und ihr Know-how den Kunden auch zur Verfügung stellen, erklärte Torsten Jeworrek.

Bei der Munich Re sehe man zunehmend veränderte Bedarfstrends in der Erst- und Rückversicherung. Munich Re will den Angaben zufolge ihr umfassendes Risikowissen verstärkt dafür einsetzen, für ihre Kunden individuelle Lösungen bei komplexen Fragestellungen zu entwickeln. Finanzielle Solidität gepaart mit zukunftsweisender Kompetenz, das sollen die Eckpfeiler ihrer Positionierung sein, betonte Jeworrek.

Man habe sich für drei Geschäftsmodelle entschieden, die Jeworrek so vorstellte:

  • Service- Rückversicherer
  • Kostengünstiger Kapazitätsgeber
  • Risikotransfer in den Kapitalmarkt

In der Rückversicherung kristallisieren sich seine Angaben zufolge die drei grundlegenden Geschäftsmodelle immer klarer heraus: Da gibt es den Vollanbieter für sehr unterschiedliche (Rück-) Versicherungs- und Kapitalmarktlösungen, der dem Kunden darüber hinaus viel Beratung und Service bietet. Gleichberechtigt daneben müsse der kostengünstige reine Kapazitätsgeber agieren. Und schließlich konzentriere man sich ebenso auf den Transfer in den Kapitalmarkt. Der Risikowissen, eine hohe Expertise in der Risikomodellierung und das Risikomanagement der Munich Re  seien die bewährten Voraussetzungen für die Munich Re als Vollanbieter für Risikotragung und -transfer. Hier sehe man eine Möglichkeit, in Zukunft neue profitable Geschäftsfelder zu besetzen. In welcher Größenordnung sich das künftige Geschäftspotenzial bewege, wollte der Münchener-Rück-Vorstand nicht sagen.

Gutes Risikomanagement und finanzielle Stabilität
Dr. Jeworrek verwies jedoch darauf, dass die Munich Re aufgrund ihres guten Risikomanagements und ihrer finanziellen Stabilität bislang gut durch die Wirtschaftskrise gekommen sei. Sie habe dadurch ausreichend Spielraum, ihre strategische Positionierung weiter zu schärfen: Der wichtigste Pfeiler ihrer Strategie sei es, ganzheitliche (Rück-)Versicherungslösungen individuell für den Kunden zu gestalten. Dabei werde den Kunden noch mehr als in der Vergangenheit spezialisierte Beratung auch für interne Prozesse wie Bilanzsteuerung, Risikomodellierung oder Asset-Liability-Management angeboten. Das Client Management sei entsprechend neu organisiert worden.

Jeworrek: „Traditionelle Rückversicherung ist unser Kerngeschäft und das wird auch so bleiben. Aber unser Know-how soll künftig noch gezielter eingesetzt werden. Wir wollen ... die erste Adresse für die Lösung komplexer versicherungstechnischer Fragestellungen sein. Unsere Lösungsvorschläge sind besonders glaubwürdig, weil wir die Risiken auch selbst übernehmen und so mit im Boot sitzen."

Zur Vorbereitung auf Solvency II
Dr. Jeworrek, in dessen Vorstandsverantwortung unter anderem das „Reinsurance Development" fällt, hob hervor, dass die Munich Re ihren Kunden zur Vorbereitung auf Solvency II eine breite Palette von Beratung, Workshops und Tools bietet. Damit können sie den Angaben zufolge ihr Risikomanagement optimieren, Risikokapital einsparen oder die Kapitalanlagenrendite bei gleichem Risikokapital verbessern.

Am Beispiel „Bauprojekte" machte Jeworrek deutlich, dass bei der Munich Re alles aus einer Hand zu bekommen sei: von der Risikoeinschätzung in der Planungsphase über Erstversicherungs-Know-how, Rückversicherungskapazität und Risikoinspektionen während der Bauphase bis zu Bestandsdeckungen nach der Fertigstellung eines Projekts. Für das umfassende Angebot für Bauprojekte sei eine eigene Einheit gegründet worden.

 

Münchener Rück -> Munich Re

Um das Spektrum des Geschäftsmodells der Munich Re nach außen zu verdeutlichen, werden laut Dr. Jeworrek zukünftig alle Rückversicherungseinheiten unter der einheitlichen Marke Munich Re auftreten. Darüber hinaus werden mittelfristig auch Managing General Agencies (MGA) und Erstversicherungseinheiten, die aus dem Rückversicherungssegment heraus spezialisierte Erstversicherungsaktivitäten betreiben, als Risk Solutions unter der selben Marke geführt. „So profitieren alle Gesellschaften, deren Geschäftsmodell auf spezialisiertem Know-how basiert, von dem Namen, der seit 1880 für Risikowissen steht", sagte Dr. Jeworrek. Die neue Marke symbolisiere „das geschärfte Leistungsversprechen an unsere Kunden". (eb-db / www.bocquel-news.de)

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