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Corona-Krise: Swiss Re hohem Milliarden-Verlust

31. Juli 2020 - Die Swiss Re hofft, dass der Höhepunkt der Pandemie-Krise vorerst überschritten ist. Für Schäden und Rückstellungen im Zusammenhang mit dem Covid-19-Virus verbuchte die weltweite Nummer 2 unter den Rückversicherern bisher rund 2,1 Milliarden Euro. In der Leben-Sparte machte der Verlust rund 62,50 Millionen Euro aus.

Milliarden-Verluste bestimmen das erste Halbjahres-Ergebnis 2020 bei der Swiss Re (www.swissre.com). Wie bei den anderen großen Rückversicherern auch, musste die weltweite Nummer 2 jetzt für Schäden und Rückstellungen im Zusammenhang mit dem Covid-19-Virus insgesamt 2,5 Milliarden US-Dollar (entspricht rund 2,1 Milliarden Euro) verbuchen.

„Unsere Projektionen deuten darauf hin, dass wir das Schlimmste überstanden haben sollten", sagte John Dacey, Finanz-Chef der Swiss Re am Freitag vor Journalisten. „Wir erwarten keine zweite Welle in der Dimension der ersten Welle; die Volkswirtschaften sind klüger geworden, die Leute verhalten sich intelligenter." Für Dacey stellen aber die USA und ihr „Corona-Verhalten“ einen großen Unsicherheitsfaktor dar.

„Wir haben für die Risikoexponierungen der Gruppe vorsorglich schon im ersten Halbjahr umfangreiche Rückstellungen gebildet. Dies gibt uns für den Ausblick auf den Rest des Jahres 2020 und darüber hinaus mehr Sicherheit. Dank unseres disziplinierten langfristigen Ansatzes im Kapitalmanagement und der entschlossenen Maßnahmen zum Schutz unserer Bilanz, die wir früh in der Krise ergriffen haben, verfügen wir über eine nach wie vor sehr starke Kapitalausstattung, betonte der Swiss Re Finanz-Chef.

Dacey schätzt, dass die Pandemie die Schaden- und Unfallversicherer weltweit bis zu 80 Milliarden US-Dollar (circa 67 Milliarden Euro) kosten werde. Swiss-Re-Experten sehen den Höhepunkte der Krise voraussichtlich im zweiten Quartal 2020 überschritten. Dann könnte die Belastung insgesamt vermutlich noch am unteren Ende bei circa 60 Milliarden US-Dollar (etwa bei 50 Milliarden Euro) liegen der Spanne liegen. John Dacey geht davon aus, dass die Kosten für die Lebensversicherer deutlich geringer ausfallen werden.

Im Bereich Lebensversicherung ergab sich für die Swiss Re ein Corona-bedingter Verlust von 74 Millionen US-Dollar (rund 62,50 Millionen Euro). Ohne die Auswirkungen der Covid-19-Schäden hätte der Gewinn bei 459 Millionen US-Dollar (etwas mehr als 387 Millionen Euro).

Tief rotes Schaden-Ergebnis

Die Swiss Re verbuchte im ersten Halbjahr auf der Schadenseite ein tief rotes Ergebnis. Nach den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahre schlug ein Verlust von 1,14 Milliarden US-Dollar (rund 960 Millionen Euro) zu Buche. Der Rückversicherer sieht die Schäden im Zusammenhang mit der tatsächlichen Deckung sachschadenunabhängiger Betriebsunterbrechungen sowie abgesagten oder verschobenen Veranstaltungen.

Ohne Covid-19-Schäden rund 730 Milliarden Euro Gewinn

Wenn es die Covid-19-Belastungen nicht gegeben hätte – so berichtet die Swiss Re – wären 865 Millionen US-Dollar (knapp 730 Millionen Euro) auf der Gewinnseite verzeichnet worden. Die Prämieneinnahmen stiegen um 6 Prozent auf 19,33 Milliarden US-Dollar (circa 16,30 Milliarden Euro).

Wegen der Unsicherheiten im Zusammenhang mit Corona stellte die Swiss Re den Rückkauf eigener Titel hinten an. Ursprünglich sollten die Aktionäre Geld aus dem Verkauf der Tochterfirma ReAssure erhalten (bocquel-news 23. Juli 2020 Swiss Re: katastrophale Schäden durch Corona.

Die Fortschritte, die Swiss Re im bisherigen Verlauf des Jahres dennoch in allen Geschäftsbereichen erzielt habe, sind für Christian Mumenthaler, Vorstands-Chef der Swiss Re, ermutigend. Er ergänzte: „Auch wenn im Hinblick auf künftige Covid-19-Schäden ein gewisses Maß an Unsicherheit besteht, sind wir für den Ausblick unserer Gruppe zuversichtlich. Dank unseres disziplinierten Ansatzes im Kapitalmanagement sind wir gut positioniert, um unsere Kunden weiter zu unterstützen und Kapital für den Ausbau unseres Geschäfts in einem sich verbessernden Preisumfeld einzusetzen.“ (-el / www.bocquel-news.de)

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