13. Juni 2013 - Bis Ende 2015 wollen die Basler Versicherungen in Deutschland mit einem neuen Konzept ihre Kosten um 40 Millionen Euro senken. Dazu sollen bis zu 400 Arbeitsplätze gestrichen werden. Außerdem werden die Standorte Bremen und Nürnberg geschlossen werden.
Bei den Basler Versicherungen (www.basler.de) in Deutschland geht es in den kommenden Jahren hart zur Sache. Bis 2016 soll ein kosteneffizienterer Wachstumskurs gefahren werden. Der Fokus des Konzepts „Streichen und Optimieren" soll dabei auf die Segmente gerichtet werden, in denen die Unternehmen bereits erfolgreich sind und sich durch ein kundenorientiertes Sicherheitsverständnis abheben. Gleichzeitig wollen die Basler Versicherungen ihre Kosten bis Ende 2015 um etwa 40 Millionen Euro senken. Zum Jahresbeginn 2013 wurden die deutschen Gesellschaften der Schweizer Bâloise Group (www.baloise.com) unter einer gemeinsamen Marke zusammengeführt. Die zur Basler gehörenden Marken „Deutscher Ring" und „Basler Securitas" verschwinden.
Die Basler Versicherungen beabsichtigen, sich in der Schadenversicherung auf das ertragsstarke Geschäft und in der Lebensversicherung auf biometrische sowie fondsgebundene Produkte zu fokussieren, sagt Jan De Meulder (Foto), seit Januar 2013 Chef der Basler in Deutschland ist und seit Januar 2009 Mitglied der Konzerleitung der Baloise Group ist. Für die Fokussierung auf die ertragsstarken Geschäftsfelder plane das Unternehmen hierzulande den Vertrieb organisatorisch enger mit den Sparten zu verknüpfen sowie durchgreifende Prozess- und Standort-Optimierungen umzusetzen. "Mit einem Effizienzsprung wollen wir deutlich an Wettbewerbsfähigkeit und Zukunftssicherheit gewinnen", beschreibt Jan De Meulder die ambitionierte Zielsetzung.
Stärkung der Marktposition
Um die geplanten Ziele zu erreichen, setzt das Unternehmen eigenen Angaben zufolge für die Umstrukturierung und Optimierung bis Ende 2015 das 1,5-fache der jährlichen Ergebniseffekte ein. Bestandteile sind
- eine Mittelstandsinitiative in der Schadenversicherung,
- neue biometrische Lebensversicherungsprodukte,
- die Neuausrichtung des Vertriebs,
- Prozessoptimierungen,
- die Vereinheitlichung der IT sowie
- das Präventionsprogramm "Basler Sicherheitswelt".
Als Ziel dieses Konzept seien Steigerungen der Ertragskraft sowohl bereits für 2013 wie auch für die Folgejahre geplant, heißt es. Die Basler Versicherungen wollen ihre Kosten bis Ende 2015 um etwa 40 Millionen Euro senken. In der Optimierungsplanung gehe es nicht um punktuelle Kostensenkungen und kurzfristige Effekte, sondern um die Verankerung kontinuierlicher Verbesserungsprozesse im Unternehmen.
Schlüsselfunktion für effizientere Strukturen
Eine Schlüsselfunktion für effizientere Strukturen und geringere Kosten wird der Standortkonsolidierung beigemessen. Den Angaben zufolge ist geplant, die bisher vier Verwaltungsstandorte in Deutschland auf zwei zu reduzieren. Bad Homburg soll dabei Unternehmenssitz und Kompetenzzentrum für die Schadenversicherung bleiben; Hamburg bleibe das Kompetenzzentrum für die Lebens- und Unfallversicherung. Für diese beiden Standorte seien effizientere Raumnutzungs- und modernere Bürokonzepte geplant. Dazu gehöre auch die Prüfung von Umzügen in kostengünstigere Büroräume. Die Standorte Bremen und Nürnberg sollen im Laufe des Jahres 2016 komplett geschlossen werden. Davon werden in Nürnberg etwa 40 und in Bremen etwa 350 Arbeitsplätze betroffen sein. Ein Teil dieser Tätigkeiten soll künftig an den Standorten Hamburg und Bad Homburg weitergeführt werden, ein Teil soll gänzlich entfallen.
Über alle Standorte hinweg ist bis Ende 2015 der Abbau von etwa 300 Stellen und bis Ende 2017 von weiteren etwa 100 Stellen vorgesehen. Die Neustrukturierung solle jdeoch so sozialverträglich wie möglich gestaltet werden. Über das Gesamtprogramm werden in Kürze Beratungen mit den Arbeitnehmervertretern aufgenommen.
Individualgeschäft und Prävention
Die Basler Versicherungen wollen sich in der Schadenversicherung künftig noch stärker auf qualifizierte Versicherungslösungen für Gewerbe- und Industriekunden sowie zusätzliche Sicherheitsbausteine in den Produkten fokussieren. Die traditionell starke Position in Spezialsegmenten, wie erneuerbare Energien, soll weiter ausgebaut werden. In das gewerbliche Geschäft soll mit einer Mittelstandsinitiative gezielt investiert werden.
Neben der Fokussierung auf Zielkunden und -partner sind ein durchgängiges Makler-Betreuungskonzept, eine stärkere Digitalisierung der Abläufe und der Ausbau der Risiko-Kompetenz wesentlicher Teil der geplanten Maßnahmen. Laut einer Basler Mitteilung wird das Ziel gesetzt, bis 2015 eine kombinierte Schaden-Kosten-Quote (Combined Ratio) zwischen 93 und 96 Prozent zu erreichen. Die Positionierung als Sicherheitspartner solle auch das Privatkundengeschäft inklusive Kraftfahrt-Versicherung prägen. Neben dem Ausbau des starken Unfallgeschäfts sollen auch innovative Lösungen in Spezialsegmenten, wie Mietkautions-Versicherungen, das Privatkundengeschäft stärken. Mit neuen Kooperationen werde man den Marktzugang verbreitern.
Positive Auswirkungen auf den Ertrag in Deutschland
Um rechtzeitig in die Zielgerade zu gelangen, stellt das Unternehmen für das Gesamtprogramm inklusive den Investitionen in neue Produkte bis Ende 2015 das 1,5-fache der Effekte zur Verfügung. „Wir erwarten bereits für das laufende Jahr positive Auswirkungen auf den Ertrag in Deutschland", sagt der Basler-Chef. (eb / www.bocquel-news.de)
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