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Konzepte und Kriterien

Bald mehr Frauen in Management und Vertrieb?

29. Juli 2013 - Derzeit entsteht und festigt sich eine eigene Lobby für Frauen in Führungspositionen in der Assekuranz. Bei der AGV-Mitgliederversammlung in München konstituierte sich dazu ein Fachbeirat, der auch eine feste Terminplanung für weitere Aktivitäten beschloss.

AGV Frauen-Führungskräfte Woran liegt es, dass Frauen im Vergleich zu Männern seltener Führungspositionen einnehmen? Dieser alles entscheidende Frage gingen 26 Vorstände und Führungskräfte während der konstituierenden Sitzung des AGV-Branchenbeirats nach. Der AGV Arbeitgeberverband der Versicherungsunternehmen in Deutschland (www.agv-vers.de), der im Juli in München mit seiner Mitgliederversammlung tagte, hatte einen ausführlichern Tagungspunkt dem Projekt „Frauen in Führung" gewidmet. Vorherrschender Tenor: die Unternehmen dabei zu unterstützen, in Zukunft mehr Frauen für Managementaufgaben zu gewinnen. „Kulturwandel in den Unternehmen, Attraktivität von Führung sowie die Bedeutung von Role Models sind die entscheidenden Themen bei der Gewinnung von mehr Frauen als Führungskräfte." Mit diesen Worten fasste AGV-Vorsitzender Dr. Josef Beutelmann (im Foto rechts) die Diskussionen der konstituierenden Sitzung des AGV-Branchenbeirats zusammen. Beutelmann sowie die stellvertretende AGV-Vorsitzende Dr. Marita Kraemer (im Foto links) machten deutlich, dass der Branchenbeirat ab sofort in einer gesonderten Projektgruppe die Rolle der Frauen in Führungspositionen weiter vertiefen werden. In der Diskussion mit den AGV-Mitgliedern wurde diskutiert, wie der Kulturwandel in den Unternehmen beschleunigt und Führung generell attraktiver gestaltet werden könne.

„Der ranghoch besetzte Branchenbeirat verfolgt vor allem das Ziel, das Thema Frauen in Führungspositionen innerhalb der Branche positiv zu besetzen und so weiter voranzutreiben", brachte auch AGV-Geschäftsführerin Betina Kirsch die Fakten auf den Punkt.

Wie die Veranstaltungsteilnehmer berichten, waren sich die Mitglieder darin einig, dass die in Deutschland unzureichend organisierte Kinderbetreuung nicht das zentrale Thema bei der Lösung dieser komplexen Frage sei, sondern es vielmehr darauf ankomme, die Unternehmenskultur zu hinterfragen - insbesondere eingefahrene Verhaltensweisen und Rollenmuster aufzudecken.

Im Ergebnis sei das Kulturthema ein klassischer Change-Prozess, so Dr. Christian Hinsch, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Talanx AG (www.talanx.de). Man dürfe keine Erfolge über Nacht erwarten. Ein gutes Gender-Diversity-Management (echte Chancengleichheit ohne Diskriminierungen) stelle die „Hardware" bei diesem Thema dar, so Dr. Marita Kraemer, die im Geschäftsalltag Vorstandsmitglied bei der Zurich Gruppe (www.zurich.de) ist.

 AGV Branchenbeirat Mehrfach wurde geäußert, dass es wichtig sei, Frauen für Führungspositionen zu begeistern, sie insbesondere zu animieren, mehr Selbstbewusstsein für die Übernahme einer Führungsaufgabe zu entwickeln. Als großes Hemmnis, mehr Frauen für das Management zu gewinnen, sehen viele Unternehmen laut einer vom AGV durchgeführten Erhebung auch eine geringere Führungsmotivation von Frauen. Die Attraktivität von Führung sei geschlechterunabhängig generell zur Herausforderung geworden, äußerte Dr. Susanne Pauser (Foto 2. von links), Leiterin Konzern Personal bei der W&W (www.ww-ag.com). Sie gehört wie (Foto v.l.n.r.) Dr. Monika Sebold-Bender, Dr. Susanne Pauser, Sabine Krummenerl, Marita Manger und Barbara Schick zum AGV Branchenbeirat. Betroffen sind nach Meinung der AGV Branchenbeiräte vor allem die unteren Führungsebenen.

AGV Frauen Im eigenen Konzern hätte sich viel verändert, seit eine Frau im Holding-Vorstand eingezogen sei, berichtete Sabine Krummenerl (Bildmitte), Vorstandsmitglied bei der Provinzial Rheinland (www.provincial.com). Wohl kulturell geprägt und auch aufgrund der Doppelbelastung Beruf und Familie seien Frauen etwas zurückhaltender, was die Übernahme von Führungsaufgaben angehe, merkten viele Beiratsmitglieder an. Unternehmen müssten auch bereit sein, qualifizierte, aber zögernde Frauen mehrere Male auf die Übernahme einer Führungsaufgabe anzusprechen. Sabine Krummenerl berichtete, dass sie auf diese Weise schon in der eigenen Organisation gute Erfahrungen gemacht habe. Mit am Diskussionstisch Marita Manger (im Foto links), die Vorsitzende der Geschäftsführung der KS/Auxilia (www.ks-auxilia.de) ist, sowie Dr. Veronika Simons (im Foto rechts), die seit Januar 2012 zum Konzern-Vorstand der DEVK (www.devk.de) gehört.

Frauen in Führungspositionen
Als erste Branche in Deutschland verfolgt die Versicherungswirtschaft gemeinschaftlich das Ziel, den Frauenanteil in Führungspositionen im Interesse der Chancengleichheit aber auch der Wettbewerbsfähigkeit in der Assekuranz zu steigern.


Der Beirat soll die Versicherungsunternehmen bei ihren eigenen Bemühungen unterstützen, Synergien durch Best Practice bündeln und neue Initiativen zur Verbesserung der Chancengleichheit von Männern und Frauen anstoßen.


Der AGV-Branchenbeirat hat beschlossen, die 2012 erstmalig durchgeführte AGV-Frauenführungskräfte-Tagung unter Leitung des Branchenbeirats im Jahr 2014 fortzusetzen, um die Vernetzung der weiblichen Führungskräfte untereinander zu stärken.

Daniela Breidbach, HR Direktorin bei der Allianz (www.allianz.de), schilderte während der Sitzung des AGV Branchenbeirats, dass die Allianz Karrierelounges veranstalte, in denen weibliche Führungskräfte über ihren Karriere- und Lebensweg berichteten, um Nachwuchsführungskräfte für Managementaufgaben zu ermutigen. Wichtig sei es zudem, ein Auge auf den Prozess der Stellenbesetzung zu werfen, so Dr. Monika Sebold-Bender, Vorstandsmitglied bei der Generali Versicherung (www.generali.de). Nicht selten komme es vor, dass Führungskräfte im Rahmen der Nachfolgeplanung Personen vorschlagen, die dem eigenen Ebenbild weitestgehend entsprechen.

Weiterführende Informationen zur Geschlechterverteilung in der deutschen Assekuranz sowie über das AGV-Projekt „Frauen in Führung" sind auf der Projektseite www.initiative-frauen-in-fuehrung.de im Internet zu finden.

Frauen im Vertrieb häufig erfolgreicher als Männer
Neben „Frauen in Führung" wurde zudem das Thema „Frauen im Vertrieb" angeregt diskutiert. Die mangelnde Planbarkeit der Arbeitszeit im Vertrieb sowie das Vertriebsimage sind den Angaben zufolge die wesentlichen Hemmfaktoren für Frauen, in den Vertrieb zu gehen. Erfolg im Vertrieb sei sehr „fleißabhängig", was einen gewissen Arbeitszeitaufwand voraussetze. Die Frauen, die sich für den Vertrieb entscheiden, seien - so mehrere Beiratsmitglieder - häufig erfolgreicher als Männer. Das Thema Vertrieb soll im Rahmen eines Experten-Workshops am 12. Februar 2014 unter Leitung des Branchenbeirats ausführlich diskutiert werden.

„Kongress Triple F: Frauen.Finanzen.Führung"
Nicht nur im AGV wird das Frauen-Thema immer vordringlicher behandelt. Auch auf der Branchenleitmesse DKM in Dortmund am 24.Oktober 2013 wird eigens ein eigener Veranstaltungspunkt anberaumt. Unter dem Motto „Kongress Triple F: Frauen.Finanzen.Führung" wird der AGV in Kooperation mit dem VDVM-Frauen-Netzwerk (www.vdvm-frauennetzwerk.de) sowie der Women Speaker Foundation (www.women-speaker-foundation.de) die nötige strategische Ausrichtung und die weiteren Schritte ("VDVM Frauen-Netzwerk beim DKM-Frauen-Forum") dazu vorstellen und diskutieren. (eb / www.bocquel-news.de)

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