14. Mai 2012 - Die Flucht in die Sachwerte und das neu erwachte Interesse an heimischen Gestanden führt zu einem Run auf Ferienimmobilien in besten Lagen. Weil auf Sylt schon alles ausgereizt ist, streben die Anleger zu neuen Ufern. Der Effekt: Steigende Preise.
Die beiden nordfriesischen Inseln Föhr und Amrum erleben gegenwärtig einen enormen Zustrom durch Kaufinteressenten. Da die Nachfrage auf ein sehr begrenztes Angebot trifft, sind die Preise im Aufwärtstrend, teilt das auf Edelimmobilien spezialisierte Hamburger Maklerunternehmen Engel & Völkers AG (www.engelvoelkers.com) mit. „Wir verzeichnen im Vorjahresvergleich Preisanstiege zwischen fünf und 15 Prozent in allen bevorzugten Lagen der beiden Inseln", sagt Hans-Werner Dickel, geschäftsführender Gesellschafter von Engel & Völkers auf den Schwester-Inseln Föhr und Amrum. Die Ursachen für den auffälligen Anfrageboom sieht Dickel unter anderem in den hohen Preisen auf der Nachbarinsel Sylt. Andererseits zeichnet es sich ab, dass sich das Preisniveau angesichts des begrenzten Angebots auf Amrum und Föhr dem von Sylt annähert. „Die Bereitschaft der Käufer bei den Preissteigerungen mitzugehen ist unübersehbar, doch das Angebot ist einfach zu gering. Interessenten müssen oft jahrelang warten, bis sie zum Zuge kommen", so Dickel. Bei Objekten mit besonders hochwertiger Ausstattung und Meerblick würden vereinzelt bereits Spitzenpreise bis zu 12.500 Euro pro Quadratmeter erzielt. Einfamilienhäuser in bevorzugten Lagen Föhrs kosten zwischen 500.000 und 2,8 Millionen Euro. Für Top-Objekte in 1A-Lage werden Hans-Werner Dickel zufolge allerdings auch Liebhaberpreise bis zu 3,5 Millionen Euro gezahlt.
Interesse an Ferienimmobilien wächst
Auch Kunden, die nicht zur typischen Klientel des Hamburger Hochpreis-Maklers gehören, folgen diesem Trend. Und es müssen ja nicht immer nur Sylt, Föhr und Amrun sein. Der eher im Bereich von Otto Normalverdiener angesiedelte Bausparableger der Postbank, die BHW Bausparkasse AG (www.bhw.de), hatte bereits im vergangenen Jahr diagnostiziert, dass die Finanzkrise und der Drang zu Sachwerten die Deutschen magisch an die Ufer von Nord- und Ostsee zieht. Das Interesse an Ferienimmobilien ist gegenüber 2010 um fünf Prozentpunkte auf 29 Prozent gestiegen, so das Ergebnis einer repräsentativen Emnid-Umfrage für die BHW Bausparkasse.
Alles gute Gründe für Vermittler, mit den Kunden auch über das Thema Ferienimmobilien zu sprechen. Im Schnitt investieren Käufer von Ferienimmobilien rund 191.000 Euro in das Objekt. Dabei wird gut die Hälfte mit Fremdkapital finanziert, der Rest sind Eigenmittel. Die durchschnittlichen Einnahmen aus der Vermietung betragen rund 14.200 Euro pro Jahr. Zwei Drittel der Besitzer können damit rechnen, das der Wert ihres Objekts steigt. Der Verkauf der Immobilien erfolgt meist mit Gewinn, 82 Prozent der Verkäufer hat den erwarteten Preis erzielt, fast 75 Prozent einen Gewinn erzielt.
Vielfältige Ansätze für Vermittler
Wer als Vermittler davon ausgeht, dass es sich bei Ferienhausbesitzern vor allem um Besserverdiener handelt, liegt nicht ganz richtig. Denn mehr als die Hälfte der Eigentümer gehört zur Einkommensgruppe von unter 4.000 Euro pro Monat und kann damit der Mittelschicht zugeordnet werden. Meist handelt es sich um Personen im Alter zwischen 40 und 69 Jahren, das Bildungsniveau ist überdurchschnittlich. Überwiegend handelt es sich um Selbständige, Freiberufler, Angestellte und Pensionäre beziehungsweise Rentner.
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