21. November 2013 - Zwei Drittel der Deutschen wollen als Rentner am liebsten in den eigenen vier Wänden wohnen. Das hat Auswirkungen auf viele Bereiche der Altersvorsorge, vom Wohneigentum über das altersgerechte Wohnen bis hin zur Vorsorge für den Pflegefall.
Fast jeder zweite Deutsche hat sich bereits intensiv mit dem Thema „altersgerechtes Wohnen" auseinandergesetzt. Das ergab eine aktuelle Umfrage der Wüstenrot und Württembergische AG (www.wwag.de). Danach würden mehr als neun von zehn Bürgern im Alter am liebsten selbständig wohnen. Zwei Drittel präferieren eigene vier Wände. Wohngemeinschaften oder Seniorenanlagen kommen nur für gut ein Viertel der Deutschen in die engere Wahl. Nur drei bzw. zwei Prozent der Befragten möchten im Alter bei Kindern bzw. Verwandten bzw. im Alten-, Pflege- oder Seniorenheim verbringen.
Die Umfrageergebnisse der W&W AG liefert gleich mehrere Ansätze für den Vorsorgemarkt:
- Wohneigentum: Das Motiv „sicheres Wohnen im Alter" spielt für den Bau oder Kauf von eigenen vier Wänden eine große Rolle.
- Pflegevorsorge: Die hohen Kosten eines eventuell nötigen Wohnens in Pflegeheimen spielen als Argument für den Abschluss privater Pflegeversicherungen eine geringere Rolle als angenommen, da die Mehrheit eine solche Situation für sich ausschließt. Wichtiger scheint das Argument, das Vorsorge nötig ist, damit sich die Kunden im Alter professionelle Pflege ins Haus holen können. Tarife mit häuslichen Assistance-Leistungen gewinnen an Bedeutung.
- Altersgerechtes Wohnen: Es wird sich in den kommenden Jahren ein Markt für die Finanzierung und Absicherung von Investitionen in den altersgerechten Umbau entwickeln.
„Die Umfrage bestätigt, dass die Bundesbürger im Alter selbstbestimmt in ihren eigenen vier Wänden wohnen wollen. Voraussetzung dafür ist eine rechtzeitige Auseinandersetzung mit dem Thema altersgerechtes Wohnen und die entsprechende Umsetzung nötiger Vorsorgemaßnahmen, wie etwa finanzielle Absicherung oder ein barrierefreier Umbau", betont Günter Schönfeld (Foto), Geschäftsführer der Wüstenrot Immobilien GmbH (www.wuestenrot-immobilien.de).
Der Markt für altersgerechtes Wohnen
Nach Angaben von W&W haben erst 15 Prozent der Bundesbürger ihre Häuser oder ihre Wohnungen altersgerecht ausgestaltet, 14 Prozent planen einen seniorengerechten Umbau, sofern sie sich ihn leisten können. Für entsprechende Baumaßnahmen seien die Bürger durchaus bereit, auch höhere Summen zu investieren. Fast jeder vierte Deutsche würde dafür zwischen 5.000 bis zu 10.000 Euro ausgeben, 27 Prozent der Befragten sogar zwischen 10.000 bis zu 20.000 Euro. Selbst in der Generation 60plus sei die Bereitschaft für Umbaumaßnahmen noch erstaunlich hoch: Gut ein Drittel (37 Prozent) plant Investitionen zwischen 5.000 und 10.000 Euro, 21 Prozent sogar bis zu 20.000 Euro. Fast jedem zehnten Bundesbürger (neun Prozent) ist der altersgerechte Umbau sogar mehr als 30.000 Euro wert, bei den über 60-Jährigen sind es noch acht Prozent.
Wohn-Riester ab 2014 für altersgerechten Umbau nutzbar
Die Umbauwünsche fürs Wohnen im Alter sind ein solides Vertriebsargument für Wohn-Riester-Produkte. Denn vom 1. Januar 2014 an darf das geförderte Eigenheimrenten-Kapital nicht nur für die Anschaffung und Herstellung beziehungsweise Entschuldung von Wohneigentum genutzt werden, sondern auch für die Finanzierung des barrierefreien Umbaus der eigenen vier Wände. Voraussetzungen ist, dass die zweckgerechte Verwendung durch einen Sachverständigen (Architekt, Bauingenieur, öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige) bestätigt wird. Anderweitige staatliche Förderungen dürfen für die Umbaukosten nicht eingesetzt werden. Die Maßnahmen müssen spätestens zu Beginn der Auszahlphase umgesetzt werden. Für die Umbaukosten gelten Mindestbeträge von 6.000 Euro innerhalb von drei Jahren nach Anschaffung bzw. Herstellung oder mindestens 20.000 Euro bei Umbau zu einem späteren Zeitpunkt. (hp / www.bocquel-news.de)
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