20. März 2014 - Kinder-Invaliditätsversicherungen gelten im Vergleich zu Kinder-Unfallversicherungen als die bessere Alternative. Allerdings sind sie deutlich teurer, was den Vertrieb hemmt. Die Stiftung Warentest hat zehn Angebote untersucht, nur zwei waren gut.
Eltern haben vor allem Angst darum, dass ihre Kinder einen Unfall erleiden. Außerdem vermuten sie als Unfallursache die falschen Orte. Es ist nämlich nicht der Straßenverkehr, sondern der häusliche Haushalt, in dem Kinder am häufigsten Unfälle erleiden. Trotzdem verkaufen sich Kinder-Unfallversicherung gut, wer möchte schon sein Kind ohne Versicherungsschutz lassen.
Dennoch ist das häufig ein Missgriff, denn Unfälle sind bei Kindern und Jugendlichen nicht einmal zu einem Prozent die Ursachen von Schwerbehinderungen. In 60 Prozent der Fälle hingegen führen Krankheiten zu Invalidität im Kinder- und Jugendalter, mehr als ein Viertel der Fälle sind angeborene Behinderungen.
Der angemessene Schutz ist deshalb die Kinder-Invaliditätsversicherung. Sie schützt vor den finanziellen Folgen einer Invalidität im Kinder- wie auch im Jugendalter, ganz gleich, ob die Ursache ein Unfall oder eine Krankheit ist. Die „Mutter aller Kinderversicherungen" war die Kinder-Invaliditätsversicherung, mit der die Huk Coburg 1997 auf den Markt kam.
Seit dem Produktstart vor 17 Jahren hat sich eine Menge am Markt getan. Es gibt rund zwei Dutzend Anbieter, die Produktvielfalt wächst. Sowohl Verträge mit Renten- wie auch Kapitalzahlungen beziehungsweise Mischformen sind im Angebot, es gibt Vollverträge und Zusatzversicherungen zu Unfallpolicen. Üblicherweise zahlen die Versicherungen von einem Invaliditätsgrad von 50 Prozent an, was eine hohe Hürde darstellt, jedoch aus Kostensicht das Produkt erst verkaufbar macht.
Die Stiftung Warentest (www.test.de) hat jetzt zehn Angebote an Kinder-Invaliditätsversicherungen untersucht (siehe Finanztest 4/2014):
Angebote mit lebenslanger Monatsrente von 1.000 Euro und kleinerer Kapitalzahlung:
- BarmeniaKISS
- BaslerJuniorSchutzPlus
Angebote mit lebenslanger Monatsrente von 1.000 Euro
- Allianz Invaliditäts-Zusatzversorgung (IZV)
- Badische AllgemeineKinder-Sorglos-Schutz Exklusiv
- ErgoKIZ
- Provinzial NordKIZ
- Westfälische ProvinzialKIZ
- WGVKIZ
- Württembergische Kinder-Invaliditätsversicherung
Angebote mit Kapitalzahlung von 100.000 Euro
- DEVK Junior Plus
Mit „gut" bewerteten die Warentester die Tarife Juniorschutz Plus von Basler Verslcherungen (www.basler.de) sowie KIZ von der Württembergischen Gemeinde-Versicherung a.G. (www.wgv.de). Sechs Tarife wurden mit „befriedigend" bewertet, einer mit „ausreichend" und einer mit „mangelhaft".
Vermittler kennen das Produkt meist nicht
Die Stiftung Warentest kam zu dem Ergebnis, dass der Markt schwer überschaubar ist und dass Kunden oft die Erfahrungen gemacht haben, dass die Kinder-Invaliditätsversicherung bei Vermittlern unbekannt ist.
Ein wichtiger „Knackpunkt" bei den Kinder-Invaliditätsversicherungen sind die Ausschlüsse. Bestimmte Erkrankungen wie Neurosen, Psychosen, Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen schließen alle getesteten Versicherer aus. Behinderungen als Folge von angeborenen Krankheiten dürfen die Versicherer seit 2007 zwar nicht mehr ausschließen, ist eine Erkrankung bei Vertragsabschluss aber schon vorhanden, wird die Leistung dafür in der Regel ausgeschlossen. Die vorteilhafteste Lösung - die Zahlung einer Rente und eines anfänglichen Geldbetrages - bieten nur zwei Tarife. Das größte Manko der Kinder-Invaliditätsversicherungen bleibt der Preis: Mehrere hundert Euro Jahresbeitrag sind für viele Familien unerschwinglich.
(hp / www.bocquel-news.de)
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