19. Januar 2012 - Fünf Tage nach dem Unglück auf der "Costa Concordia" sind noch nicht alle Vermissten gefunden worden. Behörden fürchten jetzt nun auch noch durch auslaufenden Treibstoff aus dem Schiffswrack eine Umweltkatastrophe. Welche Versicherungsrisiken bestehen?
Nach dem Schiffsunglück der „Costa Concordia" vor der italienischen Insel Giglio im Mittelmeer am Freitag, dem 13. Januar, vergeht keine Nachrichten-Sendungen, in der nicht neue skandalöse Begleiterscheinungen zu der Havarie öffentlich werden. Jetzt droht auch noch eine Umweltkatastrophe durch das Auslaufen der knapp 2.400 Tonnen Treibstoff in den 21 vollen Tanks der „Costa Concordia". Spezialfirmen sagen, dass das vollständige Abpumpen - wenn es denn überhaupt gelingen könnte - mindestens zwei bis fünf Wochen dauern könnte.
Während auf der zwischenmenschlichen Ebene genug Erschütterndes über die Opfer und Toten sowie die strafbaren Unzulänglichkeiten des Kreuzfahrtschiffs-Kapitäns in Verbindung mit der Havarie in nahezu allen Medien berichtet wird, hat unter anderem die Financial Times Deutschland (www.ftd.de) frühzeitig die Frage nach entsprechenden Versicherungen aufgeworfen, die das Schadenausmaß zumindest finanziell auffangen könnten. Laut FTD würde die Havarie des Kreuzfahrtschiffes "Costa Concordia" die Assekuranz nach eigenen Schätzungen mit mehr als 500 Millionen Euro belasten. Das wurde gesternfrüh auch im TV-Morgenmagazin der öffentlich rechtlichen Sender ARD und ZDF gemeldet. Besonders stark sollen demnach als hiesige Versicherer die Allianz Group (www.allianz.com) sowie die Munich Re (www.munichre.de) und die Hannover Rück (www.hannoverre.com) involviert sein. "Das Risiko ist weit gestreut", sagte ein Insider gegenüber der Financial Times Deutschland.
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Flaggschiff der Reederei
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Neben den Kosten für das Schiff aus der ![]()
Der Versicherungsjournalist Herbert Fromme schrieb dazu in der FTD-Ausgabe vom 18. Januar, dass die Schiffskatastrophe der "Costa Concordia" Preiserhöhungen in der Assekuranz auslösen könnte. Da der Markt für Schiffsversicherungen seit Jahren auf niedrigem Niveau verharre, sei es jetzt ungewiss, „ob der Großschaden für eine Trendwende ausreicht", schrieb Fromme und zitiert Volker Bergeest aus der Leitung der Allianz Global Corporate & Specialty (www.agcs.allianz.com): "Trotz spürbarer Schäden in den vergangenen Jahren sind die Preise in der Vertragserneuerung Ende 2011 für das Jahr 2012 nicht nach oben gegangen." Seine Erklärung gegenüber der Financial Times Deutschland: "Es gibt zu viel Kapital, das ist ein Ergebnis der Kapitalmarktblase."
Laut FTD-Bericht wird im aktuellen Fall der gesunkenen „Costa Concordia" das Haftpflichtrisiko von zwei Gegenseitigkeitsvereinen der Reeder gedeckt, Standard und Steamship. Aber auch hier seien viele Gesellschaften als Rückversicherer beteiligt. Es gehe darum, die Ansprüche der Passagiere zu befriedigen sowie bei einer Aufgabe des Wracks die Entsorgung zu zahlen.
Die italienischen Behörden gehen jetzt davon aus, dass das Wetter gut bleibe. Die Rettungsarbeiten könnten auf jeden Fall solange fortgesetzt werden. Naturschützer befürchten Schlimmes: „Bei einem Austritt stellt das Öl eine tödliche Gefahr für Zehntausende Meerestiere dar, die in dem 1996 gegründeten Nationalpark Toskanischer Archipel leben", so der Meeresschutzexperte Kim Detloff vom Naturschutzbund Deutschland. (eb / www.bocquel-news.de)
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