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Finanzvertriebe verstärkt Ziel der Begehrlichkeit

2. September 2010 - Die Begehrlichkeit, sich eine Beteiligung an Spezial- und Finanzvertrieben zu sichern, hält an. Aktuell erwirbt die HanseMerkur Holding AG 50 Prozent an der impuls Finanzmanagement AG. Die Citigroup beteiligt sich am Finanzvertrieb Aragon.

Wieder einmal macht der Schulterschluss zwischen einem Versicherer und einem Finanzdienstleistungs-Vertrieb Schlagzeilen: Die HanseMerkur Holding AG (www.hansemerkur.de) in Hamburg erwirbt 50 Prozent der Anteile an der impuls Finanzmanagement AG (www.impuls.com). Laut Unternehmens-Angaben handelt es sich bei dem Deal um eine reine Finanzbeteiligung. Die unternehmerische Entscheidungsfreiheit bleibe beim impuls-Management in Gersthofen (bei Augsburg).

Die impuls AG gilt als Marktführer in der unabhängigen Beratung und Vermittlung von privaten Krankenversicherungen. Das Investment der HanseMerkur solle impuls zusätzliche Freiräume zur Weiterentwicklung seines Geschäftsmodells verschafften, heißt es.

Vertragsunterzeichnung HanseMerkur - impuls

HanseMerkur-Chef Fritz Horst Melsheimer (rechts) und
impuls-Vorstand Herbert Nißel (links) bei der Vertragsunterzeichnung

 Für die HanseMerkur Krankenversicherung AG sei die impuls Finanzmanagement AG seit vielen Jahren einer der größten und überaus zuverlässigen Vertriebspartner im Vermittlerbereich, teilen die nun auch finanziell miteinander verbundenen Unternehmen mit. Der Verkaufsansatz des Spezialvertriebes für Versicherungen passe zur Ausrichtung des Produktangebotes der HanseMerkur, das sich durch ein attraktives Preis-/Leistungsverhältnis auszeichne.

„Mit unserem finanziellen Engagement begleiten wir impuls aktiv bei der Weiterentwicklung seines Vertriebsmodells in unserem Kerngeschäftsfeld Personenversicherungen", erklärt Fritz Horst Melsheimer, Vorstandsvorsitzender der HanseMerkur. „Eine Mehrheits- oder gar Management-Beteiligung streben wir in keinem Fall an. impuls wird nur als unabhängiger Finanzdienstleister mit seinem exzellenten Geschäftsmodell weiterhin am Markt erfolgreich sein".

„Das finanzielle Engagement der HanseMerkur ermöglicht es uns, das Wachstum und damit die Zukunft unseres Unternehmens auf ein starkes Fundament zu stellen", betont Herbert Nißel, Vorstandsvorsitzender der impuls Finanzmanagement AG. Erst kürzlich war sein Unternehmen einigermaßen glimpflich aus einer strafrechtlichen Ermittlung herausgekommen ("Von neuen Ämtern und dem Ende eines Strafverfahrens"). Nun sagt Nißel: „Wir wollen uns in den kommenden Jahren unter den großen Finanzvertrieben Deutschlands etablieren. Unsere Marktführerschaft in der PKV werden wir hierfür ausbauen und obendrauf das Geschäft mit Personenversicherungen deutlich ausweiten".

Die hiermit verbundenen Investitionen könnten durch die Finanzbeteiligung der HanseMerkur noch zielgerichteter erfolgen. „Wir haben in der HanseMerkur unseren Wunschpartner gefunden, mit dem uns seit Jahren Verlässlichkeit und Professionalität verbinden", sagt Nißel weiter.

Marktführer mit 65,98 Millionen Euro an Provisionserlösen
Mit Provisionserlösen von 65,98 Millionen Euro im Jahr 2009 ist die impuls Finanzmanagement AG Marktführer in der unabhängigen Beratung und Vermittlung von privaten Krankenversicherungen (PKV). 2009 wurde das Angebot über die neue Plattform www.impuls.com auf zahlreiche weitere Versicherungsarten und Vorsorgethemen ausgeweitet. Das Unternehmen, das letztes Jahr sein 25- jähriges Jubiläum feierte, verfügt über ein bundesweites Vertriebsnetz aus 30 Niederlassungen und mehr als 350 Vertriebspartnern, die ausschließlich für impuls tätig sind.

1,2 Millionen Kunden und 614 Millionen Euro an Beitragsvolumen von
Als zweitältestes privates Krankenversicherungs-Unternehmen Deutschlands verfügte die HanseMerkur Krankenversicherung AG im Jahre 2009 bei 1,2 Millionen Kunden über ein Beitragsvolumen von 614 Millionen Euro. Die HanseMerkur ist zudem drittgrößter Anbieter von privatem Ergänzungsversicherungsschutz und im Voll- und Zusatzschutz führend bei der Erstattung komplementärmedizinischer Leistungen.

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Sebastian Grabmaier Deutschen Vertriebskanal für das Fonds-Geschäft sichern
Die Citigroup (www.citigroup.com), Großbank in den USA, werde sich durch die Beteiligung am Finanzvertrieb Aragon (www.aragon-ag.de) einen deutschen Vertriebskanal für ihre Fonds sichern, heißt es in einem Bericht der Financial Times Deutschland (www.ftd.de). Während die Aragon AG selbst gerade in die Vermögensgegenstände des Maklervertrieb Finum AG (www.finumfinanzhaus.de) investiert hat ("Aragon auf Einkaufstour zur Branchenkonsolidierung"), erwarb die US-Bank über ihre Tochter Citigroup Financial Products 10,1 Prozent an Aragon. Der Preis: rund 11 Millionen Euro. Die Aragon AG wolle aber in seiner Produktpolitik unabhängig bleiben, betont Aragon-Chef Sebastian Grabmaier (Foto).

Branchenkenner sagen, dass die Citigroup mit ihrem Engagement an Aragon ihren Fondsvertrieb in Deutschland forcieren wolle. Das liegt auf der Hand, denn die Großbank hat 2008 ihre bis dahin deutsche Banktochter Citibank an die französische „Crédit Mutuel" (www.creditmutuel.fr) für 4,9 Milliarden Euro verkauft und damit ihren Verkaufskanal hierzulande verloren. Gegenüber Journalisten sagte Grabmaier: „Statt sich jetzt in ein anderes Filialnetz einzukaufen, sucht Citigroup eine starke Position im Finanzdienstleisterbereich."

Für Aragon rückt damit das Ziel näher, vor allem im Geschäft mit gehobenen Privatkunden zu wachsen und damit den Konkurrenten MLP  anzugreifen. Das Unternehmen sieht sich als

Zielstrebig zum Geschäft mit gehobenen Privatkunden
Die Aragon AG, die sich als "Haupttreiber der Konsolidierung" bei den Finanzvertrieben verstanden wissen will, will zielstrebig das Geschäft mit gehobenen Privatkunden forcieren und so in die Pfründe anderer großer Finanzvertriebe einbrechen. Mit dem Finum-Kauf könne man sich unter den Großen der Branche etablieren, heißt es.

Maklerpool und eigene Spezialvertriebe
Die Aragon AG, Finanzvertrieb mit Hauptsitz Wiesbaden, berät und verkauft Versicherungen, Fonds und andere Finanzprodukte - zum einen über seinen Maklerpool Jung, DMS & Cie. (www.jungdms.de) und zum anderen über eigene Vertriebe wie den Krankenversicherungsspezialisten Inpunkto (www.inpunkto-gmbh.de) und die Compexx Finanz (www.compexx-finanz.de).

Mit der Citigroup werde man passende Produkte entwickeln, betonte der Aragon-Chef. Das sei möglicher Weise nicht innerhalb der nächsten zwei Jahre zu realisieren. "Wir wollen jetzt mit ihnen Fonds, langfristige Sparangebote und strukturierte Investmentprodukte entwickeln, deren Schwerpunkt auf Garantien und Sicherheit liegt", sagte Grabmaier. Man werde seine Produktunabhängigkeit bewahren.

Mehrere Anteilseigner - aber unabhängig
Dass diese Vorstellung real sei, könne man mit anderen Beispielen belegen. Die Axa hatte im September 2008 an der Aragon AG 27 Prozent erworben ("Strategische Partner und trotzdem unabhängig"). Aber, so betont GRabmaier, die Axa habe beim Aragon-Umsatz mit Versicherern nicht einmal einen Anteil von 5 Prozent erzielt. Weitere 38 Prozent gehören der Gruppe Angermayer, Brumm & Lange (www.abl-group.de); die Credit Suisse (www.credit-suisse.com) hält den Angaben zufolge 8 Prozent; der Streubesitz mache 17 Prozent aus, heißt es. (eb / www.bocquel-news.de)

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