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Namen und Nachrichten

Einheitliches Label jetzt bald unter Dach und Fach

20. Mai 2010 - 54,4 Millionen Euro zusätzlich lässt sich die Ergo Versicherungsgruppe dieses Jahr die neue Markenstrategie kosten. Jetzt soll es Schlag auf Schlag gehen: Im zweiten Halbjahr 2010 werden die Marken Victoria und Hamburg-Mannheimer verschwinden.

„Herr Kaiser„Herr Kaiser" (Foto) - bereits in der dritten Generation eine Werbeikone für die Hamburg-Mannheimer (www.hamburg-mannheimer.de) - wird endgültig in den Ruhestand geschickt, wenn spätestens ab August die meisten Unternehmen der Ergo-Versicherungsgruppe (www.ergo.de) auf das einheitliche Label „Ergo" eingeschworen werden ((„Herr Kaiser" hat bald nichts mehr zu sagen). Noch hofft der Vertrieb, dass „Herr Kaiser" noch eine zweite Chance - quasi als Vertriebs-Maskottchen erhält. Aus der offiziellen Werbung der Ergo-Tochter wird er aber auf jeden Fall verschwinden.

Das Vereinheitlichen der ehemaligen Mehr-Marken-Strategie lässt man sich bei der Ergo etwas kosten. Allein 2010 werden zusätzliche 54,4 Millionen Euro den Fortfall der Marken Victoria und Hamburg-Mannheimer und ihre Umbenennung werblich kosten. Auch für 2011 sind nochmals 19,9 Millionen Euro veranschlagt, damit die Werbe- und Umstellungs-Aufwendungen zügig über die Bühne gehen können.

„Wir müssen mit unserer Marke in Zeiten von steigendem Wettbewerb in den Kanälen einheitlich vertreten sein, um Wiedererkennungs- und Synergie-Effekte zu nutzen", sagte Thomas Bischof, Leiter der Ergo Konzernentwicklung, während eines Journalisten-Workshops in Düsseldorf. Ergo soll zukünftig für Kunden auf allen Vertriebskanälen mit einem einzigen Label erreichbar sein. Die Munich-Re-Tochter (www.munichre.com) Ergo ist international in 30 Ländern vertreten. Man trenne sich von den bisherigen Namen, weil sie im Ausland nur schwerlich ausgesprochen werden könnten.

Die Ergo hat bereits vergangenes Jahr erste Vorbereitungen für die Namensangleichung getroffen, aber erst jetzt erfolge eine verbesserte Wiedererkennung durch eine nunmehr durch klare und transparente Markenarchitektur.

Als sich abzeichnete, dass man „Herrn Kaiser" aus der offiziellen Werbung herausnehmen wolle, löste das eine große Enttäuschung in Vertriebskreisen aus. In der Zwischenzeit ist zu hören, dass Kaiser eventuell weiter intern für den Vertrieb bestehen bleiben könnte. Dieses Stadium sei nun aber überwunden. Im Bann der neuen Markenstrategie werde ein Impuls spürbar, der verstärkt die als Risiken in der Umstellung. Dies belegten auch hausinterne Umfragen.

Auch im Dialog mit den Kunden werden jetzt Nägel mit Köpfen gemacht. Beispielsweise erhalten die Bestandskunden mit ihrer Rechnung eine klärendes Beiblatt zu den Umbenennungen von Victoria und Hamburg-Mannheimer.

Alexander Becker Weshalb die Ergo-Marken D.A.S. und DKV von der Maßnahme nicht betroffen sind, begründete Dr. Alexander Becker (Foto), Leiter Externe Kommunikation Investor und Rating Relations / Presse im Ergo-Konzern, so: Die beiden Traditions-Unternehmen sind seit längerem in partnerschaftlicher Kooperation mit diversen größeren Gesellschaften gebunden. Das wolle man nicht so ohne Weiteres aufgeben.

Und damit der Vertrieb die neue Markenstrategie nicht einfach nur hinnehmen soll, sondern auch Unterstützung in der Ergo-Hauptverwaltung erfahre, werden ab Juni so genannte Starter-Pakete an die Vertriebspartner ausgehändigt. Nun müsse aber die Vereinheitlichung auf ganzer Linie auf den Punkt gebracht werden. Beispielsweise werden dem Vernehmen nach ab Mitte Juni die Außenauftritte von 820 Agenturen der Hamburger sowie 920 Victoria-Ladenlokalen und 130 Großwerbeanlagen gegen das neue Ergo-Logo ausgetauscht.

Auch an die Präsenz der Internetseiten und ihre Neugestaltung hat man gedacht. Ab Juli sollen die Internetseiten umgestaltet werden. Unternehmensangaben zufolge sollen insgesamt 28 Millionen im Internet und Intranet betroffen sein. Die neue Marke Ergo sollte in der Erneuerungsphase  die Umstellung für 2.130 Unterlagen sowie 16,2 Millionen Broschüren berücksichtigen. Zusätzlich gebe es noch zwei weitere Millionen Briefbögen, die neu bedruckt werden müssten.

Ende Juli startet die neue Werbekampagne
Nach Auskunft der Ergo-Spezialisten soll spätestens Ende Juli die Launchkampagne gestartet werden. Im Vorfeld hatte es eine Ausschreibung unter mehreren Agenturen gegeben. Die Agentur Aimaq & Stolle (www.asberlin.com erhielt schließlich den Zuschlag, eine langfristige Kommunikation an Stelle kurzfristiger Werbemaßnahmen einzuleiten.

Offener, klarer und kommunikativer
Getreu den Motto „offener, klarer und kommunikativer" will Ergo den Launch durchziehen. Der ahnungslose Laie bemerkt rein optisch kaum etwas. Dennoch ist das bekannte Ergo-Logo mit minimalen Abrundungen zu einer moderneren Wortbildmarke umgestaltet worden.

Bilanzen des Geschäftsjahres 2009 vorgelegt
Bevor die neuen Marketing- und Werbemaßnahmen greifen, wurden jetzt die Bilanzen des Geschäftsjahres 2009 der Hamburg-Mannheimer Versicherungs-AG sowie der Victoria veröffentlicht. (db / www.bocquel-news.de)

Deutliches Wachstum
Die Victoria Versicherung AG (www.victoria.de) hat 2009 eigenen Angaben zufolge gute Ergebnisse erzielt. Die Bruttobeitragseinnahmen wuchsen demnach um 5,4 Prozent auf 1,7 (2008: 1,6) Milliarden Euro. „Damit lag die Victoria Versicherung deutlich über dem moderaten Wachstum des Marktes", sagte ein Unternehmenssprecher.

Wesentliche Gründe für diese Entwicklung waren das über dem Markt liegende Wachstum in der Unfallversicherung, das insbesondere aus dem neuen Tarif der Unfallversicherung mit Beitragsrückzahlung gegen Einmalbeitrag resultierte, sowie die weiterhin positive Entwicklung der gewerblichen und industriellen Sparten.

Vor allem in der gewerblichen und industriellen Haftpflichtversicherung habe man ein gutes Wachstum erzielt. Hier wurde im Jahr 2009 eine Steigerung der Beiträge um 3,1 Prozent auf 308 (Vorjahr 299) Millionen Euro erreicht. Dazu habe im Wesentlichen der neue proBusiness-Tarif beigetragen, der höhere Versicherungssummen und einen erweiterten Deckungsumfang bietet. Darüber hinaus wurde die Umweltschadensversicherung für gewerbliche Kunden in die Betriebshaftpflichtversicherung integriert.

Sowohl in den technischen Versicherungen als auch im Privatkundengeschäft hat sich die Victoria Versicherung 2009 sehr gut entwickelt. Die gebuchten Bruttobeiträge übertrafen 2009 mit 51 (Vj. 47) Millionen Euro das Vorjahresniveau um 6,7 Prozent. Das Geschäftsfeld der Erneuerbaren Energien ist weiterhin ein bedeutender Wachstumstreiber in diesem Bereich.

Insgesamt positiv
Die Hamburg-Mannheimer Versicherungs-AG
(www.hamburg-mannheimer.de) hat sich den Angaben zufolge im Geschäftsjahr 2009 insgesamt positiv entwickelt. Der Lebensversicherer habe das Neugeschäft inklusive Pensionskasse um nahezu 10 Prozent auf 634 (Vorjahr 578) Millionen Euro gesteigert. Mit 80 (Vj. 3) Millionen Euro sei auch das Gesamtergebnis deutlich höher ausgefallen als im Vorjahr.

Das Neugeschäft gegen Einmalbeitrag wuchs um über 32 Prozent auf 475 (Vj. 359) Millionen Euro. Die hohen Verkaufszahlen seien auf eine sofort beginnende Rentenversicherung im Produkt-Portfolio zurückzuführen. Mit Blick auf Sicherheit und Nachhaltigkeit verzichtet die Hamburg-Mannheimer im Einmalbeitragsgeschäft auf großvolumige, kurzfristig renditeorientierte Verträge, heißt es. Das Neugeschäft gegen laufenden Beitrag ging auf 154 (Vj. 214) Millionen Euro zurück. Hier habe sich unter anderem der Wegfall der vierten Riester-Stufe ausgewirkt. Die gesamten Beitragseinnahmen inklusive der Hamburg-Mannheimer Pensionskasse betrugen den Angaben zufolge 2,9 Milliarden Euro, sie sanken demnach um 2 Prozent. Weiterhin hohe Abläufe konnten angesichts einer schwachen Nachfrage nach Lebensversicherungen gegen laufenden Beitrag nicht kompensiert werden.

Auch für die künftige Ergo Lebensversicherung erwartet man bei der Gesellschaft eine positive Geschäftsentwicklung, insbesondere vor dem Hintergrund der neuen Ergo-Markenstrategie.

 

 

 





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