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Konzepte und Kriterien

Stückzahlen sanken - Versicherungssumme stieg

12. Oktober 2009 - Die Bundesbürger haben 2008 laut map-report zwar weniger LV-Verträge abgeschlossen, dafür aber mit höheren Versicherungssummen. Die Fortis Deutschland Lebensversicherung AG verzeichnete die meisten Policen, die R+V die höchsten Summen.

Manfred Poweleit Der neue map-report „Bilanzanalyse Leben 2008" macht es deutlich: Die Einbußen der deutschen Lebensversicherer vergangenes Jahr sind gemessen an der Zahl der eingelösten Versicherungsscheine in der Hauptversicherung nicht mehr wegzuleugnen.

Im Geschäftsjahr 2008 wurden weniger Lebensversicherungs-Verträge vermittelt, die allerdings in der Versicherungssumme höher wertig abgeschlossen wurden als in den Vorjahren, zeigen die Ergebnisse der Bilanzanalyse im jüngsten map-report (www.map-report.com). „Eigentlich sollte in diesem Heft auch wieder, wie zur Lebensversicherungskrise 2002, die Tabelle ‚Nettorendite der Kapitalanlagen nach stillen Lasten' stehen. Dabei hätten wir die unsaldiert um stille Reserven ermittelten stillen Lasten wie Kapitalanlageaufwand behandelt und von den Bruttoerträgen aus Kapitalanlagen abgezogen. Doch das ist dieses Mal nicht so einfach", sagt Manfred Poweleit (Foto), Herausgeber und Chefredakteur des map-reports. Da nicht alle der teilnehmenden Lebensversicherer an der neuen Studie der map-reporter den angefragten Kennzahlen nicht die gleichen Kriterien zugrunde legten, müssen einige Bewertungen unter besonderen Vorzeichen betrachtet werden.

Die deutschen Lebensversicherer haben im vergangenen Jahr mit insgesamt 6,5 Millionen Hauptversicherungen nahezu 900.000 Verträge weniger im LV-Neugeschäft eingefahren als 2007. Das entspricht einem Minus von circa 12,2 Prozent. Vergleichsweise moderat sei dagegen der Rückgang bei der Versicherungssumme, den map-report mit minus 4,7 Prozent und knapp 197,4 Milliarden angibt.

Bis jetzt sei die Finanzkrise vor allem eine der Banken, betont Poweleit. Versicherer seien dagegen relativ robust durch die wirtschaftlichen Turbulenzen gekommen. Wenn aber das Zinsniveau weiter niedrig bleibe und die Bundesbank - wie derzeit diskutiert - die alleinige Aufsicht über Finanzdienstleister in Deutschland erhält, sieht Manfred Poweleit allerdings dunkle Wolken speziell über den Lebensversicherern aufziehen. „Dann haben wir in fünf bis sechs Jahren hierzulande die erste Versicherungspleite", warnt der map-report-Chef.

Rückläufiges Neugeschäft
Im Geschäftsjahr 2008 sei das Neugeschäft, gezählt wurden die eingelösten Versicherungsscheine in der Hauptversicherung, rückläufig gewesen. Dabei sei der Rückgang bei den Stückzahlen deutlicher ausgefallen als bei den Versicherungssummen je Vertrag. Die Fortis Deutschland Lebensversicherung AG (www.fortis-leben.de) hat laut map-report 2008 bei der Stückzahl mit 70.888 Verträgen im Verhältnis zu ihrer Produktion des Vorjahres am stärksten zugelegt. Bei den Versicherungssummen dominiert 2008 die R+V (www.ruv.de) mit 9,353 Milliarden Euro.

Vergleichsweise hohe Einmalbeiträge
Seit Jahren zeichnet sich der Trend zu höheren Versicherungssummen ab, auch wenn die früheren Stückzahlen im Neugeschäft derzeit nicht erreicht werden. Erheblich verstärkt habe sich allerdings das Geschäft mit vergleichsweise hohen Einmalbeiträgen, heißt es. Die Gelder der Generationen der Erben und die Beträge der deutlich zunehmenden auslaufenden Altverträge machen den Schwund im Neugeschäft nicht wett. Die Finanzkrise tue ein übriges.

Die Allianz Lebensversicherung bleibt Marktführer unter den Lebensversicherern hierzulande und gehört auch beim Einmal-Beitragsgeschäft zu den Top-Gesellschaften. Das zeige auch das Neugeschäft 2008, das zwar bei der Stückzahl einen Rückgang von 11 Prozent ausweist, aber in der Versicherungssumme ein Plus von mehr als 4 Prozent erzielte.

Auch das Neugeschäft der Generali (www.generali.de) zeigt einen ähnlichen Trend auf. Zwar gingen die Vertragsanzahl und die Versicherungssummen zurück, doch der Rückgang der Versicherungssummen lag im Verhältnis rund 50 Prozent unter dem Schwund der Vertragsstückzahlen, heißt es. Die AachenMünchener (ebenfalls unter dem Dach der Generali Deutschland Holding AG) sei hingegen bei Stückzahl und der Versicherungssumme prozentual gleichermaßen im hohen einstelligen Bereich gewachsen. Die gleiche Entwicklung zeigte sich bei der HanseMerkur24 (www.hansemerkur24.de) und der Plus Lebensversicherung AG (www.plus-leben.de).

Gegenläufige Entwicklung
Die Entwicklung der Direkte Leben Verssicherung AG (www.direkte-leben.de) ist gegenläufig: Das Unternehmen in Frankfurt büßte sowohl bei der Anzahl der Verträge als auch bei der versicherten Summe jeweils zwei Drittel ein. Auch die Aspecta (www.aspecta.de) und die Swiss Life (www.swisslife.de) büßten jeweils 50 Prozent ein. Bei der WGV-Schwäbische (www.wgv-online.de) belief sich der Schwund jeweils auf etwa 40 Prozent.

Marktführer Allianz ist gemessen an der Stückzahl mit mehr als 600.000 Verträgen beim Neugeschäft der Spitzenreiter. Bei der AachenMünchener kamen 2008 mehr als 500.000 Policen dazu; die Generali und die R+V legten um deutlich mehr als 300.000 Neuverträge zu.

Auf den Folgeplätzen (siehe untenstehende Tabelle) rangieren die CiV (www.civ-versicherung.de), die Zurich (www.zurich.de), die Nürnberger Leben (www.nuernberger.de) und die Debeka (www.debeka.de), die 2008 mehr als 200.000 eingelöste Versicherungsscheine verzeichneten.

Die Top-20 der Lebensversicherer nach Vertrags-Stückzahl)*

Unternehmen

Verträge

2008 Stückzahl

Verträge

2007 Stückzahl

Allianz
(www.allianz.de)

632.739

707.587

AachenMünchener
(www.aachenmuenchener.de)

505.317

466.451

Generali

(www.generali.de)

389.243

451.674

R+V
(www.ruv.de)

363.138

347.412

CiV

(www.civ-versicherung.de)

291.699

353.809

Zurich Deutscher Herold

(www.zurich.de)

277.776

312.146

Nürnberger Leben
(www.nuernberger.de)

244.609

312.558

Debeka

(www.debeka.de)

208.194

210.503

Hamburg-Mannheimer

(www.hamburg-mannheimer.de)

190.661

289.432

Provinzial NordWest

(www.pronvinzial.de)

187.042

196.912

SV SparkassenVersicherung

(www.sparkassenversicherung.de)

169.938

190.305

Provinzial Rheinland

(www.pronvinzial.com)

149.034

155.715

Bayern-Versicherung

(www.vkb.de)

141.622

137.327

DBV-Winterthur

(www.dbv.de)

138.326

178.597

Württembergische

(www.wuerttembergische.de)

130.600

159.641

KarstadtQuelle

(www.kqv.de)

129.363

151.330

Cosmos

(www.cosmosdirekt.de)

106.133

119.681

Volkswohl Bund

(www.volkswohl-bund.de)

103.372

155.569

neue leben

(www.neue-leben.de)

102.230

108.445

Victoria

(www.victoria.de)

100.092

140.629

)* eingelöste Versicherungsscheine in der Hauptversicherung 2008;
Quelle: map-report Nr. 721-722

Lediglich 19 Gesellschaften legten bei den Verträgen zu
Wie die map-reporter feststellten, haben 2008 lediglich 19 der 86 untersuchten Gesellschaften ihr Neugeschäft nach Vertragsanzahl ausgebaut.

Bei der Vertragssumme ist Marktführer Allianz wieder Spitzenreiter
In Sachen Versicherungssumme hat im vergangenen Jahr die Allianz mit über 17 Milliarden Euro die Nase vorn. Dahinter folgt die Generali mit circa 14 Milliarden Euro sowie die AachenMünchener mit mehr als 12 Milliarden Euro. Die Zurich mit über 9 Milliarden Euro versicherte Summe schließt dahin auf, gefolgt von der Zurich, der R+V und der Nürnberger. Die Cosmos verzeichnete 2008 mehr als 8 Milliarden Euro, die Hannoversche Leben mehr als 7 Milliarden Euro.

Bei der HDI-Gerling Leben (www.hdi-gerling.de) verzeichnete mit nahezu 2,3 Milliarden Euro die größten Einbußen. Auch bei der Nürnberger lief es mit einem Minus von rund 1,6 Milliarden Euro nicht so gut. Bei Cosmos, Swiss Life, Generali und Hamburg-Mannheimer (www.hamburg-mannheimer.de) lag die Versicherungssumme mehr als eine Milliarde Euro unter dem Neugeschäft des Vorjahres.

Die R+V legte mit nahezu 1,4 Milliarden Euro am stärksten zu. Auch die Hannoversche Leben (www.hannoversche-leben.de) meldet ein Plus im Milliarden-Euro-Bereich. Die AachenMünchener lag knapp darunter, gefolgt von der Allianz und der WWK (www.wwk.de). Beide waren im abgelaufenen Geschäftsjahr um mehr als 600 Millionen Euro besser als 2007.

Als gedrucktes Heft und als PDF-Datei
Im neuen map-report Nr. 721-722 „Versicherer in der Finanzkrise 2: Bilanzanalyse Leben 2008" werden Analysen zu den RfB, zum Bestand und zum Neugeschäft aufgezeigt. Die Untersuchung ist erhältlich im Verlag Manfred Poweleit (www.map-report.com) als Print-Ausgabe im Postversand - das Heft für 75,00 Euro - und per E-Mail info@map-report.com als PDF-Datei für 65,00 Euro. (eb / www.bocquel-news.de)

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